Das Wir im Ich

Warum f├╝hlt man sich als Au├čenseiter wenn die Welt um einen herum nicht dem eigenen Bild entspricht? Warum denken wir Menschen, dass wir ganz anders w├Ąren, als all die anderen Menschen um uns herum? Sind wir wirklich so ganz anders als der Rest? Aus unser eigenen Sicht ja. Aus der “Vogelperspektive” nein. Wir unterscheiden uns in unserem Aussehen. In unserem Denken sind wir mit Millionen im gleichen Abteil. Liegt wohl daran, dass die Vorgaben f├╝r unser Denken, innerhalb unserer Gesellschaft, ein verschiedenes Denken kaum zu lassen. Au├čerdem haben wir Menschen die unangenehme Angewohnheit, fast ausschlie├člich st├Ąndig die gleichen Gedanken zu denken. Das wiederum ist darauf zur├╝ckzuf├╝hren, dass wir stumpfsinnig die gleichen Aufgaben Tag,- t├Ąglich bew├Ąltigen.Wir sind zu tr├Ąge uns mit neuen Dingen zu besch├Ąftigen. Ich kann mich dem Mainstream anschlie├čen oder verweigern. Die Gr├╝nde hierf├╝r beziehen sich auf wenige Gr├╝nde. Daher habe ich egal wie ich denke, stets eine riesige Zahl gleicher Denker. Und doch denken wir einzigartig in unserer Denkweise zu sein. Das liegt wohl daran das wir einzigartig sind. Keiner ist wie ich, keiner wie du. Dessen sind wir uns bewusst. Aber wir sind nur einzigartig in unserer Person, nicht in unserem Denken. Da wir wie gesagt in unserer Gesellschaft alle die gleichen Denkvorgaben haben. Wir lernen alles aus dem gleichen Wissen. Jeder nimmt sich das heraus das er versteht und f├╝r das er sich interessiert. Daraus extrahiert er seine Gedanken. K├Ânnen die bei diesen Vorgaben einzigartig sein?

Seltsamerweise manchmal ja. Wir schaffen es tats├Ąchlich aus gleichen Vorgaben, Gedanken zu schaffen, die niemand Anderer vorher hatte. Erstaunliche F├Ąhigkeit aber das geschieht nun nicht st├Ąndig. Und doch empfinden wir so. Wir sind der Meinung sobald einer nicht unserer Meinung ist, dass der nicht ist wie man selbst. Aber er ist ja unter Umst├Ąnden nur in dem Thema ├╝ber das gerade gesprochen wurde, nicht eins mit uns. In anderen Themen k├Ânnte er es sein. Aber danach fragen wir schon nicht mehr. Er versteht uns nicht und fertig. Da sind Menschen sehr empfindlich. Unverst├Ąndnis und Ablehnung geh├Âren nicht zu dem, was wir gerne sp├╝ren. Man ist schnell gekr├Ąnkt oder f├╝hlt sich nicht gesehen, wahrgenommen. Daraus resultiert dann gerne ein R├╝ckzug. Oder auch ein Krieg. Je nach Befindlichkeit. Und da w├Ąren wir bei einem interessanten Thema, in puncto Individualit├Ąt. Unsere Gef├╝hle. Wir f├╝hlen uns anders, nicht zugeh├Ârig oder abgelehnt. Wir f├╝hlen uns. Kann es nicht sein, dass unser Gef├╝hl und nicht unsere Gedanken uns einzigartig erscheinen lassen? K├Ânnte doch gut sein. Schlie├člich f├╝hlen wir uns ausgeschlossen und denken das nicht. Wir denken der kann uns nicht ausstehen, f├╝hlen uns aber verletzt. Unser Denken ist ja stets mit irgendwelchen Gef├╝hlen verbunden. Gerade wenn es um zwischenmenschliche Beziehungen geht. Unsere Gef├╝hle lassen uns Ja oder Nein sagen und nicht die Gedanken. Unsere Gef├╝hle bestimmen dar├╝ber wen wir m├Âgen und wen nicht. Bestimmen sie dann nicht ├╝ber die Gedanken? Bestimmen sie nicht ob wir uns einzigartig f├╝hlen oder nicht? Bestimmen sie das wir einzigartig sind und damit ob wir In oder Au├čerhalb von etwas leben? Wenn wir diese Fragen mit Ja beantworten, was bedeutet das f├╝r uns?

Zum einen, dass wir allein uns als einzigartig sehen. Andere tun das nicht. Au├čer wir verhalten uns entgegen der Norm. Dann haben wir sie nicht alle oder sind wenigstens seltsam. Einzigartig ist da nicht das erste Wort, das einem einf├Ąllt. Haben wir zwei Definitionen f├╝r Einzigartigkeit? Die uns Selbst und die Anderen gegen├╝ber? K├Ânnte man daraus schlie├čen, dass wir ├╝berhaupt zwei Wertesysteme besitzen? Wenn ja, warum? Warum sollte ich Andere anders bewerten als mich selbst? Stellen sie die Fragen, was sind wir f├╝r uns selbst und was sind Andere f├╝r uns? Die Einen bewundern andere Menschen und halten sich selbst f├╝r Nichts und Andere halten sich f├╝r das Nonplusultra und der Rest ist minderwertig. Selbstbildnis und Fremdbildnis. Wie kommen zwei solche Extreme Zustande? Wieder durch unsere Gef├╝hle. Das ber├╝chtigte Selbstwertgef├╝hl. Sch├Ânes Wort, dass es so aber gar nicht gibt. Es ist eher ein Oberbegriff f├╝r verschiedene Gef├╝hle, die alle zusammen arbeiten. Welche Gef├╝hle stecken denn hinter dem “Selbstwertgef├╝hl?” Wir denken und denken und unser Gef├╝hl das l├Ąuft so nebenher. Nehmen wir an. Aber unser Gef├╝hl l├Ąuft nicht nebenher. Es ist jede Sekunde auf Empfang. Nichts das wir denken bleibt unbeobachtet. Nat├╝rlich beeinflussen unser Gedanken unsere Gef├╝hle. Nicht nur das, sie bringen sie auch zum leben. Nur reicht es nicht aus sich auf seine Gedanken zu konzentrieren. Man muss seinen Gef├╝hlen Aufmerksamkeit schenken. Sie m├╝ssen genauso gepflegt werden wie unsere Gedanken. Wenn meine Gef├╝hle der Meinung sind das ich mich schlecht f├╝hlen will, dann werde ich mich auch so f├╝hlen. Die machen das nicht von alleine. Die reagieren ausschlie├člich auf mein Denken und Handeln. Handeln. Noch so ein Wort das keine Beachtung in uns findet. Ein Handeln in uns setzt immer ein Gef├╝hl voraus. Unser Gef├╝hl bestimmt ├╝ber unser Handeln und nicht die Gedanken. Aber das denken wir. Oh, ich habe Angst das mache ich lieber nicht. H├Ąlt uns dann der Gedanke ab oder das Gef├╝hl der Angst? Eindeutig das Gef├╝hl. Das Gef├╝hl Angst erzeugt den Gedanken, nein doch lieber nicht. Ich kann dann tausendmal denken ich mache es doch. Du wirst dich nicht bewegen.

Aber erst wenn du dich bewegst, also die Handlung ausf├╝hrst, vergeht die Angst. Wenn du in so einer Situation in dich reinh├Ârst, wirst du feststellen, dass du gar nicht denkst. Also nicht deine Gedanken werden da gerade in dir sprechen.Es sind deine Gef├╝hle. Es ist wie ein ziehen in beide Richtungen. Zur Gefahr und von ihr weg. Wie ein stilles Tauziehen in dir. Siegt die Angst, siegt der Mut. Beides Gef├╝hle. Das Sieger Gef├╝hl wird deine Richtung, in die du dich bewegen wirst, vorgeben. Angst oder Mut. Gef├╝hle und darauf folgt die Handlung. Alles geschieht ohne deine Gedanken. Gef├╝hle sind so ein unendlich wichtiger Faktor in uns und wir ignorieren sie, wann immer wir es verm├Âgen. Zumeist nicht einmal bewusst. Es geschieht unterbewusst da wir sie das ganze Leben verleugnen wollen. Wir sehen (h├Âren) einfach nicht hin, bis sie uns unmissverst├Ąndlich klarmachen, dass sie da sind. Das wiederum hat nie gute Auswirkung auf unsere Psyche. Sie treten uns dahin wo es richtig weh tut. Achte man daher darauf was man f├╝hle. Beobachte deine Handlungen. Jede Handlung l├Ąuft mit einem Gef├╝hl einher. Achte darauf. Sie sagen dir was du ├╝ber deine Handlung wissen solltest. Was deine Handlung in dir hervorrufen wird. Jetzt gleich oder sp├Ąter. Es gibt absolut keine Handlung, die nicht wenigstens eine Emotion in dir hervorrufen wird. Ist es da nicht wichtig darauf zu reagieren. Darauf achten was geht jetzt in mir vor, wenn ich gleich diese Handlung vornehmen werde? Je ├Âfter du darauf achtest um so n├Ąher kommst du dir selbst. Du erkennst dich in deinen Gef├╝hlen und Handlungen. Nicht in deinen Gedanken. Die k├Ânnen heute so und morgen wieder v├Âllig anders sein. Selbstwertgef├╝hl kann man sich nicht andenken. Aber man kann es finden in seinen Handlungen und Gef├╝hlen.

Es ist wichtig zu wissen, wer man ist. Absolut wichtig wenn man sich selbst also selbstbestimmt leben m├Âchte. Ansonsten ist man sein ganzes Leben lang fremdbestimmt. Warum fremdbestimmt? Alles das nicht aus meinem Gef├╝hl heraus geschieht, alles das nicht von meinem Gef├╝hl unterst├╝tzt wird, erzeugt Angst im Menschen. Da es eine Fremdbestimmung ist. Es geschieht wider unseren Gef├╝hl und das erzeugt ├ängste in uns. Es ist als m├╝ssten wir etwas tun, das wir vollkommen ablehnen aber keine M├Âglichkeit vorhanden das Tun zu umgehen. Wir wollen es nicht werden aber dazu gezwungen. Das erzeugt Angst, Wut, Verzweiflung usw. Genau das passiert wenn wir gegen unser Gef├╝hl, wir nennen das zumeist ├ťberzeugung, handeln. Wir achten einfach nicht darauf wenn wir fremdbestimmt handeln oder denken. Es wird uns nicht beigebracht. So leben die allermeisten Menschen ihr ganzes Leben fremdbestimmt. Erkranken an K├Ârper und Seele. Daf├╝r gibt es dann Therapie und Pillen. Aber was n├╝tzt eine Therapie, von den Pillen rede ich jetzt gar nicht, wenn man uns in der Therapie nicht beibringt Selbstbestimmt zu leben? Gar nichts. Daher scheitern die allermeisten Therapieversuche. Da sie schlichtweg am Thema vorbei Therapie betreiben. Jede Therapie, die Selbstbestimmung nicht unterst├╝tzt, ist nichts wert.

M├╝sste jeder Therapeut wissen aber die haben alle ihre Vorgaben. Allen werden die gleichen Therapieformen beigebracht. Wissenschaft sollte Wissen schaffen aber wenn sich alle im gleichen Topf bedienen, was kann da noch an Wissen entstehen? Die Wissenschaft heute ist keine echte Wissenschaft mehr, da sie durch F├Ârdergelder finanziert wird. Es gibt aber nur Geld f├╝r die Projekte f├╝r die F├Ârderer Geld zur Verf├╝gung stellen. Kein F├Ârderer gibt Geld f├╝r Wissenschaft die ihm nicht dienlich. Also die mehr Geld bringt als er investiert hat. Ihm Geld bringt nat├╝rlich. Wie dieser Herr Gates. Der gerne als Samariter auftritt. Aber hat irgendwer schon einen Samariter erlebt, der aus der Hochfinanz kommt? War eine rein rhetorische Frage. Wissen wird den Menschen auf der Stra├če schon immer vorenthalten. Man k├Ânnte sich damit eigene Gedanken machen und diese w├╝rden zu eigenen Gef├╝hlen f├╝hren, was wiederum eigenes Handeln provozieren w├╝rde. Das ist nat├╝rlich ├╝berhaupt nicht erw├╝nscht. Zum Ende dieses Artikels, darf jetzt Jeder sich eigene Gedanken und Gef├╝hle zu der Frage, warum ist das nicht erw├╝nscht, machen?

Bild von Khalid Mehmood auf Pixabay

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