Population

Auch wenn dieser Planet voller verschiedener Menschen ist, so gibt es doch Einstellungen zum Leben, die in einer gro√üen Population rund um die Erde zu finden sind. Mit Einer davon m√∂chte ich mich heute ein wenig besch√§ftigen. Dem Essen gehen. So gut wie Jeder sch√§tzt gutes, gesundes und leckeres Essen. Mal wieder mit Familie, Freunden oder Bekannten, einen der vielen Tempel, des Genusses und der Freude zu besuchen. Alleine essen gehen ist nicht so wirklich gefragt. Man macht es, aber zum wirklichen wohlf√ľhlen, fehlt zumeist ein Gegen√ľber. Der mit dem man diesen Moment teilen kann. Es gibt den Gourmet, den Gourmand, die immer das gleiche Esser oder auch die gleiche Kategorie Esser. Aber es gibt auch Menschen, die st√§ndig nach neuem essbaren Ausschau halten, um es zu sich nehmen zu k√∂nnen. Das Neue, das nicht Bekannte. 

Leider gibt es davon, auf alle Menschen gesehen, nicht wirklich viele. Warum? In den Jahren meiner Gastronomie Zeit habe ich feststellen d√ľrfen oder m√ľssen, kann man sehen wie man m√∂chte, dass die allermeisten Menschen dazu neigen, stets beim Bekannten zu bleiben. Insbesondere wenn es darum geht, Kinder das Essen zu bestellen. Pommes, Sp√§tzle mit Sauce, Schnitzel mit Pommes. Man m√∂chte weinen. Die allermeisten Menschen m√∂gen keine Experimente, schon gar nicht wenn es um ihr Essen geht. Man k√∂nnte ja etwas bestellen was dann nicht schmeckt. Das arme Geld das man dann umsonst ausgegeben h√§tte. Das Geld. Schon mal dar√ľber nachgedacht, was man sich alles verkneift, aufgrund des Geld? Nicht weil man es nicht besitzen w√ľrde, weil man es ausgeben m√ľsste. Ausgeben f√ľr etwas, dessen man sich nicht sicher ist. Zwei Minuten sp√§ter wird dann das zwanzigste Paar Schuhe gekauft. Das kennt man. Da kann man nicht falsch liegen. Auch wenn die Schuhe Zuhause rosten, wenn sie rosten k√∂nnten.

Ich z. B. schaue den Menschen gerne zu, wie sie in ein Lokal, Restaurant kommen. Es ist spannend. Beginnt schon bei der Tischwahl. Die G√§ste kommen rein und schon beginnt der “Leitwolf” die Umgebung zu scannen. Wo ist der beste Tisch? Wo ist die Bedienung? Die wichtigste Frage aber ist, wo sitzen schon Leute? Im Laufe der Jahre habe ich festgestellt, dass die Leute sich fast zu 90 % dorthin setzen, wo andere Leute sitzen. Daf√ľr quetschen sie sich auch in die letzte Ecke, obwohl abseits der Menge gute Pl√§tze frei w√§ren. Sie m√∂chten aber dazu geh√∂ren. Mitbekommen, was die Musik spielt. Mittendrin und nicht nur dabei sein. Man muss ja hinterher auch etwas zu erz√§hlen haben. Das geht abseits des Geschehens nat√ľrlich nicht. Kehren wir an den Anfang zur√ľck. Sie haben ihren Platz gefunden und warten nun auf den Kellner. Kellner sind seltsamerweise gefragter als Kellnerinnen. Ich habe G√§ste oft danach befragt. Die Antwort auf dieses Ph√§nomen, sie halten Kellner f√ľr kompetenter. Sie finden den Kellner auch “eleganter”, irgendwie “passender”.

Ich nehme an, passender zu ihrer Vorstellung, von einem Restaurant Besuch. Menschen haben immer eine Vorstellung wenn sie ein Gasthaus betreten. Vom Ambiente, vom Flair, vom Aussehen, der Speisekarte, dem Personal, dem Chef und der Atmosph√§re des Restaurant, des Gasthaus, des Hotels. Diese Vorstellungen ziehen sich durch ihr ganzes leben. Auch wenn wir da nicht dr√ľber nachdenken. Wir haben zu allem eine ganz pers√∂nliche Vorstellung. M√ľssten nur mal hinterfragen, ob es auch wirklich unsere Vorstellungen sind? M√∂glicherweise sind sie einfach nur anerzogen.

Wenn man Menschen betrachtet vor Hochzeiten, Geburtstagen, Familienfeiern, Veranstaltungen, dann erkennt man gut welche Bedeutung das “Essen gehen” hat. Welche Tradition und welchen Stellenwert. Seltsam ist auch und das f√§llt in kleinen D√∂rfern besonders auf, das Lokale nach der allgemeinen Beliebtheit ausgew√§hlt werden. Nicht wegen der Atmosph√§re oder dem Essen. Weil dort alle sind. Menschen bed√ľrfen der sozialen Struktur. Auch so ein Ding, das uns anerzogen wird. Soziale Strukturen. Wir gehen fest davon aus, dass Menschen soziale Kontakte brauchen. F√ľr diese werden die eigenen Prinzipien gerne √ľber Board geworfen. Lieber dazu geh√∂ren, als anderer Meinung zu sein. Lieber etwas zu sich nehmen das einem schon zu den Ohren herauskommt, als in ein Lokal zu gehen, in dem man nicht dazu geh√∂rt und daf√ľr etwas zu sich nehmen zu k√∂nnen, das man nicht kennt.

Hier spielt dann das Geld pl√∂tzlich eine untergeordnete Rolle. Soziales Ansehen ist da eben wichtiger als Geld. Auch hier gibt es eine Verkn√ľpfung, die man in der Politik sehr gut nutzen kann. Das Pendeln der Menschen zwischen Ansehen und Geld. Es herrscht das Vorbild, Ansehen und Geld haben zu m√ľssen, um etwas in der Gesellschaft darzustellen. Da aber nur ein kleiner Teil der Gesellschaft beides besitzt, l√§sst es sich seltsamerweise gut argumentieren, dass es jeder schaffen kann. Aber nur die Reichen argumentieren damit und festigen dadurch ihren eignen Reichtum. Wenn jeder der Annahme ist das er zu Ansehen und Reichtum gelangen kann, wird er keinem seinen Reichtum und sein Ansehen √ľbel nehmen. Das w√ľrde gegen das Prinzip versto√üen, das wenn er selbst endlich zu Ansehen und Reichtum gelangt ist, ihm das ein Anderer nicht g√∂nnen k√∂nnte. Das macht man nicht. Man strebt selbst danach und schlie√ülich und endlich kann es auch ein jeder erlangen. Das ist nat√ľrlich eine gro√üe L√ľge aber die allermeisten glauben diese gerne.

Es ist unm√∂glich das alle Reichtum und Ansehen erlangen k√∂nnen. Nur die Menschheit ist davon nicht abzubringen. Es wird ihnen ja auch st√§ndig um die Ohren gehauen. Streng dich nur an. Lerne flei√üig. Aber f√ľr 90 % der Menschen reicht es dann nur zu einem Job der die Reichen und Angesehenen noch reicher und angesehener macht. Dieses Dogma ist aus den K√∂pfen der Menschen nicht rauszubringen. Das Prinzip Hoffnung und Flei√ü. Reichtum vererbt sich heutzutage nur noch oder man erlangt ihn durch Kriege, Verbrechen und Verrat. Durch Arbeit wird heute keiner mehr reich. Daf√ľr haben die Reichen schon gesorgt. Weil um reich zu werden braucht man was? Ressourcen. Ja und die Ressourcen dieser Welt erlangt man nur noch durch Kriege aller Art. Kann der B√ľrger einen Krieg anzetteln, um den OPEC Staaten das √Ėl wegzunehmen? Nein aber wir wissen, wer das vermag. Wir leben in Illusionen und m√∂chten davon nicht Abstand nehmen. Illusionen sind die Hoffnungen der Menschheit. Die einen schaffen sie und die anderen glauben daran. Im wahrsten Sinne des Wortes.

Das ist absurd und nicht nachvollziehbar wenn man mal dar√ľber nachdenkt ohne in Ansehen und Reichtum zu verfallen. Da spielt unser Gehirn eine sehr gro√üe Rolle. Es ist darauf getrimmt sich in Tr√§umen oder im Elend zu verlieren. Wenn der Traum vom Ansehen und Reichtum wider Erwarten platzt, dann bleibt nur noch das Elend. Die Bev√∂lkerungen der Erde kennen scheinbar nur noch diese beiden Prinzipien. Reich oder Trostlos. Das es etwas dazwischen gibt mit dem alle gl√ľcklich sein w√ľrden, diesem Gedankengang wird nicht nur keine Beachtung geschenkt, man denkt gar nicht daran. Es ist so als w√ľrde ein dazwischen gar nicht existieren. Ein Punkt, der daf√ľr sorgt, dass wir Menschen nie eine Menschheit sein werden. Wir selbst lassen es nicht zu. Der Mensch ist dem G√∂tzenbild Geld v√∂llig verfallen. Glaubt ihr nicht. Wenn ich dir jetzt eine Million Euro schenken w√ľrde. Ohne Bedingungen, einfach zum behalten und ausgeben. W√ľrdest du es ablehnen und sagen Geld ist nicht alles? Ohne Geld bin ich gl√ľcklicher? Geld ist ein Schei√ü braucht kein Mensch? Oder w√ľrdest du dich artig mit Tr√§nen in den Augen bedanken und darauf warten, dass ich endlich verschwinde? Ich denke Einer unter Einer Million w√ľrde dankend ablehnen.

Muss oder kann man sich die Frage stellen, wollen wir wirklich das sich die Welt zum Guten ver√§ndert? Wenn ja, wie soll das Gute dann aussehen? Was w√§re eine gute Welt? Mit dieser Frage entlasse ich euch in den Sonntag. Ach ja, wenn ihr dann f√ľr euch herausgefunden habt, was die gute Welt dann w√§re, dann k√∂nntet ihr euch fragen, welchen Teil davon ihr selbst einbringen w√ľrdet? Zu was w√§rt ihr bereit, damit eure gute Welt funktionieren k√∂nnte? Also Verzicht, abgeben, aufh√∂ren zu wollen, ver√§ndern das eigene Leben usw.?

Bild von Heike Hartmann auf Pixabay 

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