Bluemooncaffee

New wisdom

Ein Gedankenmodell.

Liebe ist ein Wagnis, ein Abenteuer. Ein Schritt zu wenig und sie wird nie passieren, ein Schritt zuviel und sie ist vorbei, bevor sie angefangen hat. Hat sie dich erwischt ober hat es dich erwischt, das verliebt sein, dann beginnt ein immer gleicher Akt. Hormone, Hormone, Hormone, fast wie bei Pubertierenden. Verliebte kann man nur schlecht um sich herum ertragen. Diese wie ist die Welt doch sch√∂n und vor allem dieses Gefasel von diesmal ist alles anders. Der/die ist v√∂llig anders. Mit ihm/ihr ist alles v√∂llig anders. Nat√ľrlich ist er/sie v√∂llig anders. Nat√ľrlich f√ľhlt es sich anders an aber das haben die Leute auch schon von ihren Vorg√§ngern/innen behauptet. Da war es das selbe Gerede.

Schon wieder vergessen? Diesmal wird alles anders. Wird es nicht. Warum sollte es auch? Ober besser, wie sollte es auch? Immer gleiche Verhaltensmuster f√ľhren zu nichts Neuem. Immer gleiche Umst√§nde f√ľhren auch zu nichts Neuem. Es wird enden, wie es immer endet. Trennung oder man arrangiert sich. Ich kann schon wieder die ganzen emp√∂rten Gedanken h√∂ren. Aber erinnert euch doch mal zur√ľck. An den Anfang der letzen gro√üen, niemals endenden Liebe. Sie ist zu ende. Sie hat nicht alle Zeiten √ľberdauert. Sie war nicht die ewige Liebe. Sie hat nichts gehalten was versprochen wurde. Wie kommt man dann darauf, dass diesmal alles anders wird? Weil man dazu gelernt hat? Was hat man dazu gelernt? Misstrauischer zu sein? Genauer hinzusehen? So lange bis das verliebt sein kommt, dann Augen zu und durch.

Bild von 1195798 auf Pixabay

Das Prinzip Hoffnung, gepaart mit einem ordentlichen Schuss Verdr√§ngung. Pl√∂tzlich wird der Mensch zum Optimist. Glaubt er das alles m√∂glich w√§re. Ist es aber nicht. Zumindest nicht so wie der Mensch liebt. Diese verliebt sein zerst√∂rt die Liebe. Was redet der Mann da? Das verliebt sein zerst√∂rt die Liebe. Oder besser gesagt, wie wir mit dem verliebt sein umgehen, zerst√∂rt die Liebe. Zerst√∂rt bevor sie √ľberhaupt eine Chance hat zu entstehen. Diese Klammeraffen Prinzip, gepaart mit dem Drang sich zu paaren, verbrennt unsere Gef√ľhle im Eiltempo. Und so scheint es auch von der Natur f√ľr uns gedacht. Es nimmt uns alle Chancen Liebe wachsen zu lassen. St√§ndige N√§he, st√§ndiger Sex, st√§ndige Zweisamkeit gibt uns alles was wir uns gerade w√ľnschen. Da f√§ngt das Problem an. Was passiert mit einem Mensch, der alle W√ľnsche erf√ľllt bekommt?

Es wird ihm langweilig. Er wird √ľberdr√ľssig. Er m√∂chte pl√∂tzlich mehr Freiraum. Zumeist Einer fr√ľher als der Andere. Und schon gibt es den ersten Stress. Ich will kuscheln und der Andere m√∂chte sich √ľbergeben. Ich m√∂chte Sex und der Andere bekommt lieber Migr√§ne. Ich m√∂chte mal wieder etwas alleine machen und der Andere m√∂chte lieber Streit deshalb. Urpl√∂tzlich kommen Kinder W√ľnsche auf. Auf einer Seite. Der Klammerseite. Der n√§chste Stress ist angesagt. Pl√∂tzlich steht die Gesellschaft im Mittelpunkt der Beziehung. Kind, Haus, Auto, Beruf, Partnerschaft, Freundeskreis und alles was da noch so anh√§ngt.

Die “Liebe” wird weggesp√ľlt wie Klopapier in der Toilette. Sag das mal einem der gerade verliebt ist. Er wird mich auslachen. Leider gilt da das Prinzip, wer zuletzt lacht, lacht… Obwohl wir es alle erlebt haben, streiten wir es ab. Ok, ich jetzt nicht. Selbst wenn du es schaffst aus verliebt sein Liebe entstehen zu lassen, gibt es da noch eine zweite Person. Schafft die, das nicht, dann hast du ein ganz anderes Problem. Ist Liebe erstmal da, dann geht die nicht auf Kommando. Die bleibt und weigert sich aufzuh√∂ren. Wie ein kleines uneinsichtiges Kind, sitzt es im Herzen und sagt, “Nein”. Du kannst dich da auch nicht gegen wehren. Du wartest, wartest, wartest und wartest.

Irgendwann nach Ewigkeiten f√§ngt es an leichter zu werden. Langsam. sehr langsam. Was √ľberwinden wir in diesem Prozess? Die Liebe oder die Erfahrung alleine gelassen zu werden? Verlassen zu werden? Kindheits√§ngste? Wer denkt jetzt w√§re alles wieder gut, sieht sich dem n√§chsten √Ąrger gegen√ľber. Irgendwie hat das Herz keinen Bock mehr sich zu verlieben. Von Liebe wollen wir jetzt gar nicht sprechen. Du f√ľhlst….Nichts. Egal wer dir gegen√ľber…Nichts. Jeder Gedanke daran, wird sofort an eine Erinnerung verwiesen. Diese Erinnerung l√§√üt nichts zu. Mi√ütrauen sitzt in einem. Tief in einem. Diese Mi√ütrauen verhindert, dass das Gehirn Hormone produziert. Kennst du nicht? Dann gibt es zwei M√∂glichkeiten warum du das nicht kennst. Du bist noch nie verlassen worden oder du hast ein echt sonniges Gem√ľt.

Scott Webb

Um noch mal auf das aufeinander Hocken zur√ľck zu kommen. Warum machen wir das √ľberhaupt? Das hat den Grund in der Natur aller Naturen. Wir wissen das wir ein Ich haben und glauben Intelligenter als alles andere auf diesem Planeten zu sein und deshalb unterliegen wir nicht mehr der Natur. Wir haben uns weiter entwickelt. Das ist nat√ľrlich so nicht richtig. Was das verlieben angeht, sind wir nicht anders, wie jedes Tier auf diesem Planeten. Es ist der Paarungsdrang. Das erhalten von Leben. Das erhalten der eigenen Art. Nur stellt sich hier die Frage aller Fragen. Welche Art der Verbindung lebt in unseren Genen?

Zu welcher Art der Bindung sind wir geschaffen? Da unsere Kinder eine sehr lange Reifungsphase haben, geht man davon aus, dass wir auf lange Paarbindungen programmiert sind. Schaut man sich aber auf der Welt um, sieht man ein v√∂llig anders Bild. Unsere Gesellschaft lebt die Meinung der langen Bindung. Aber wie war das bei den ersten Menschen? Da war unser Gehirn nicht so “ausgereift” wie heute? War da wohl eher wie in einem Affenrudel. Ein Platzhirsch, viele Weibchen, die sich alle um die Kinder gek√ľmmert haben. Jetzt behaupten wir dreist, das wir f√ľr die ewige Liebe geschaffen sind.

Ist dem wirklich so? Hat sich unser Genom der Zeit angepasst? Wie soll ich mir das vorstellen? Das Gehirn bemerkt was? Das Gehirn bemerkt das es ein gr√∂√üeres Volumen durch die Entwicklung des Menschen braucht. Damit ein gr√∂√üeren Kopf. Das Gehirn muss ja rein passen. Zwei M√∂glichkeiten. Erstens den Geburtskanal vergr√∂√üern oder Zweitens fr√ľhere Geburt. Bedeutet Baby kommt nicht ausgereift auf die Welt. Eine v√∂llig nat√ľrliche Anpassung. Aber was sollte das Gehirn dazu bringen, seine Paarbindung zu √ľberdenken? Damit eine Ver√§nderung des Genom einzuleiten? Daf√ľr gibt es keinen √§u√üeren Anlass. Das g√§ngige Modell reicht da Bestens aus.

Da liegt doch die Vermutung nahe, dass wir mit unserer gewachsenen Intelligenz, unser Verbindung zu den Gef√ľhlen verbessert haben. Auf rationaler Ebene. Verliebt sein konnte pl√∂tzlich nicht nur emotional, es konnte auch rational erfahren werden. Was nat√ľrlich das Verhalten drastisch ver√§ndert haben muss. Ist es nicht viel wahrscheinlicher, dass so unsere heutige Paarbindung zustande kam? Falls dem so ist, leben wir Alle gegen unsere genetischen Vorgaben. Was meiner Meinung nach so einiges erkl√§ren w√ľrde. Durch unsere Annahme, der genetisch langen Paarbindung, entwickeln wir uns nur langsam weiter in Sachen Liebe.

Weil wir da keinen Sinn drinnen sehen. Ist ja alles vorgegeben. Das denke ich nicht. Ich bin da v√∂llig anderer Meinung. Unser geistiges Potential, ist unserer geistigen Entwicklung weit voraus. Wir k√∂nnen alles machen aber verstehen nur die H√§lfte davon wirklich. Wir leben in Annahmen, Theorien und k√∂nnte sein. Das Problem dabei, dass wir das dann einfach so leben. Konsequenzen aus unserem Handeln gibt es kaum. Wird schon alles in Ordnung sein. Ist es aber nicht. Unser ganzes Gesellschaftsmodell muss dringend √ľberdacht werden. Vor allem der Mensch selbst sollte schnellstens anfangen sich und seine Handlungsweise auf den Pr√ľfstand zu stellen. Gerade in Sachen Liebe, Gef√ľhlen und Bindung, sollten wir uns besser kennen lernen.

header by unsplash. Chris Barbalis

21 thoughts on “too many different corners

  1. Wir Menschen sind eben nicht nur Tiere, wir haben auch andere Aspekte in uns. Wenn wir auf den Ebenen mit einem Partner zusammen sein können, dann kann sich aus einem Verliebtsein durchaus mehr entwickeln.

    • Sicher k√∂nnen wir das aber dazu braucht es ein paar Anpassungen. Der Liebe wird viel zu wenig Aufmerksamkeit geschenkt. Daher ist diese Welt so lieblos. Die Ratio bestimmt den Menschen viel zu sehr.

        • Wenn man weiter diese Art der Beziehung, die in unserer Gesellschaft bevorzugt wird weiter lebt, dann bedarf es nat√ľrlich auch weiterhin Anpassung und Kompromisse. Aber wie man sieht bestehen Beziehungen schnell nur noch aus diesen zwei Begriffen. Das m√∂gen Menschen auf Dauer aber gar nicht. Sie f√ľhlen sich dann nicht mehr wahrgenommen. Was nat√ľrlich Konsequenzen hat.

          • Das verstehe ich nicht, denn der andere oder die anderen m√ľssen sich ja auch anpassen, damit ein Zusammenleben m√∂glich ist. Da kommen nat√ľrlich auch noch Toleranz und Verst√§ndnis mit ins Spiel. Wenn alle nur machen was sie wollen, ohne R√ľcksicht auf andere, dann kann man doch nicht mehr von Beziehungen reden. Dann geht der st√§rkere oder frechere siegreich hervor und die anderen werden untergemangelt.
            Im Arbeitsleben ist es doch schon oft so.

          • Das zu verstehen w√ľrde beinhalten, das man sich andere Beziehungen vorstellen k√∂nnte, als die einzig g√§ngige Art die praktiziert wird. Nat√ľrlich gibt es auch andere Modelle aber dar√ľber wird nicht gesprochen. Das ist bei uns so und so soll es auch bleiben. Man muss keine Beziehung mit anpassen und Kompromissen f√ľhren. Wo steht geschrieben das dem so sein muss? Das geht auch v√∂llig anders.

  2. Viele Menschen wuchsen und wachsen auch heute noch in lieblosen Verh√§ltnissen auf. Einigen gelingt es, sich im Laufe ihres Lebens davon frei zu machen. Auf dass es immer mehr werden…

  3. Mmhhh… ich habe ja diese Liebe gelebt. Fast 30 Jahre lang. Bis das der Tod euch scheide…
    W√§hrend dieser Zeit hat mich kein anderer Mann der Welt interessiert. Wir lebten ein Leben: “Wir gegen den Rest der Welt”
    Erst 2 Jahre sp√§ter hat es ein Mann geschafft, ihn nicht nur als Mensch sondern auch als Mann zu sehen. Wir leben ein Leben “jeder f√ľr sich”. Jeder hat seine eigene Wohnung, was mir sehr gut gef√§llt.
    Bin gespannt wie Dein Gesellschaftsmodell in Sachen Liebe, Gef√ľhle aussieht.

    • Ich werde nicht ein Modell beschreiben und auch nicht mein Modell. Einfach Modelle die anders sind. Anders als das derzeitige von dem ich absolut nichts halte. Nicht weil es eine zweier Beziehung f√ľr die Ewigkeit mit enth√§lt, allein weil es nicht funktioniert. Nicht wie Liebe sein sollte. Aus allgemeiner und zwischenmenschlicher Sicht.

Kommentar verfassen

%d Bloggern gefällt das: