Echte Gefühle?

Echte Gefühle sind alles, was der Mensch braucht. Aber was sind echte Gefühle? Wie fühlen sie sich an? Was machen sie mit einem? Was fällt unter echte Gefühle? Das verliebt sein? Ist das ein echtes Gefühl? Ja auf jeden Fall aber, aber echt heißt nicht unbedingt auch wahr. Wenn das verliebt sein uns überfällt, dann startet das Gehirn einen Großangriff auf uns. Es erzeugt einen Hormon Cocktail dem wir als Ich nichts entgegen zu setzten haben. Zumindest wenn man jung und noch wenig bis keine Erfahrung, mit solchen Gefühlen hat. Vor Kurzem habe ich in einer ruhigen Stunde über das verliebt sein nachgedacht. Es kam mir einfach so in den Sinn. Verliebt, ja aber in wen? In die Person die wir da vor uns haben oder verliebt in die eigenen Hormone? Klingt erst einmal komisch. Aber ohne diese Hormone würde ich mich nicht verlieben. Und ich habe diese Hormone warum? Weil ich so verliebt bin oder weil mich die Hormone verliebt gemacht haben? Ist das dasselbe? Warum gibt es diese Hormone überhaupt? Sind sie dazu gedacht das ich mich verliebe oder sind sie gemacht damit ich meine Gene weiter trage?

Je öfter man seine Hormone in Sex umtauscht, um so schneller werden die auch weniger. Bis man eines Tages aus dem Hormonrausch erwacht und ein Gesicht vor sich sieht. Ein Gesicht das einem Gestern noch sehr viel mehr gesagt hat. Ein Gesicht dessen Körper man mehr als gut kennt, dessen Geschichte sich in einem verbreitet hat. Dessen Wesen plötzlich Knitter bekommt. Was will die oder der jetzt schon wieder. Man fängt an sich Fragen zu stellen und erkennt das man irgendwie verunsichert ist. Ist, dass die Person mit der man sein Leben verbringen möchte? Diese Frage, ist Frage und gleichzeitig die Antwort auf die Frage. Nein natürlich nicht. Sonst würde man sich nicht fragen, ob es die richtige Person ist. Zu wenig Hormone übrig geblieben oder keine echten Gefühle dagewesen? Ist verliebt sein ein Akt der Lust um die Art zu erhalten oder ist verliebt sein das Vorspiel zur Liebe? Wenn man das verliebt sein auf ein Minimum reduziert, dann kann man erkennen was man möchte und was nicht. Ja das geht tatsächlich. Man muss nicht seinen Hormonen hinterher springen wie ein frisch verliebter Teenager. Kann man, muss man aber nicht.

Wenn man es also unterlässt, dann kann man erkennen, was für Gefühle in einem Leben. Welche Gefühle man seinem Gegenüber entgegenbringt. Das ist wie eine Reise durch sich selbst und das Gegenüber. Man erkennt Dinge, die dir der Hormon Cocktail nie zeigen würde, da man im Rausch des verliebt sein alles als wundervoll empfindet. Aber niemand ist nur wundervoll. Das wäre auch total langweilig. Und genau diese Langeweile erzeugt das verliebt sein, wenn der Hormonüberschuss verschwindet. Plötzlich ist nicht mehr alles wundervoll und die nicht wundervolle Seite, nimmt plötzlich allen Raum ein. Man kann nicht mehr differenzieren und sieht nur noch schwarz oder weiß. Das überlebt das verliebt sein nicht. Da müsste dann die Liebe eintreten. Aber das lassen wir nicht zu. Daher trennt man sich oder man lebt nebeneinander her. Daher ist das verliebt sein, je älter man wird, nicht das angestrebte Ziel. Man möchte Liebe. Echte Liebe. Das Gegenüber erkunden und nicht durch Hormone präsentiert bekommen. Das Erfahren kommt erst an letzter Stelle. Es ist das Kennenlernen von Grund auf. Das entdecken und die Freude an dem was man entdeckt. Jede Kleinigkeit, die man erlebt, erfreut das, Herz und nicht die Hormone. Jeder Blick dem man noch nicht gesehen, gibt einem das Gefühl, das Abenteuer fängt gerade im Moment an. Jede Berührung ist noch ein Erlebnis, da man das Gegenüber nicht von Innen und Außen kennt. Da man nicht schon miteinander geschlafen hat. Das hat Zeit, das braucht Zeit, sonst verglüht jedes Gefühl im Rausch der Hormone. Die Hormone haben Schweigepflicht. Sie sind jetzt nur dazu da, den Reiz zu erhöhen aber nicht den Reiz zu kontrollieren. Kontrolle über die Hormone heißt Freiheit für die Liebe. OK, allzu viele werden mir da nicht zustimmen, aber ich weiß, dass dem so ist. Liebe ist nur ein Gefühl, daher muss man sorgsam damit umgehen. Es nähren durch Aufmerksamkeit, durch Berührungen, durch Abwarten, durch Erkennen, durch Zuhören, durch Fühlen und was sich hier so langweilig liest, ist im realen Tun überwältigend. Es erfüllt das Herz und die Seele gleichermaßen. Wenn es dann kommt, das Miteinander Schlafen, dann sollte man alle Gedanken vergessen. Alle Hormone, Hormone sein lassen und es genießen als gäbe es kein Morgen und kein zweites Mal Sex. Die eigene Lust genießen und nicht nach dem Gegenüber schauen. Das hört sich jetzt erst Mal egoistisch an, ist es aber gar nicht. Da beide das machen. Beide schauen auf ihre Gefühle, die sie beim Liebesspiel haben. Nur auf ihre Gefühle darin werden sie das Gegenüber schon erkennen.

Schwer zu verstehen? Wenn ich mich auf das Gegenüber konzentriere dann verliere ich mich selbst dabei. Das kann nicht Sinn der Sache sein. Daher ist Sex eine Sache und Sex in Liebe eine völlig andere. Man kennt sein Gegenüber wahrhaftig und kann es fühlen, erfühlen durch die eignen Gefühle. Man muss sich nicht auf das Gegenüber konzentrieren, das wäre völlig nicht gewünscht. Es gibt auch keine störenden Gedanken da man die vergessen hat. Man ist nur auf das konzentriert das man gerade macht. Man spürt, fühlt, riecht, schmeckt. Alles vermischt sich und wird zu einer Einheit. Auch das klingt so beschrieben und hat nichts mit der Realität des Erfahrens gemein. Liebe ist eben nichts das man wirklich beschreiben kann. Mann muss sie kennenlernen durch das Gefühl. Liebe ist nun mal ein echtes Gefühl, das Gefühl gut-hin und da kann das verliebt sein nicht mithalten. Verliebt sein ist wie ein Rausch. Und ein Rausch vergeht. Mal schneller, mal hält er sich ein wenig. Aber es ist kein echtes Gefühl auch wenn es sich so herrlich anfühlt. Es ist ein Hormon Cocktail. Kann man jetzt auch von der Liebe behaupten. Nicht wirklich da ich bei der Liebe Gefühle aufbaue und nicht einfach davon überschwemmt werde, wie eine Insel im Taifun. Weil es mein Wille ist und nicht meine Hormone. Weil mein Herz es wünscht, weil meine Seele es wünscht und nicht mein Lustzentrum.

Bild von Alexandra Haynak auf Pixabay

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