Ich verliere dann mal

Was für ein seltsamer und falscher Titel. Freude am Verlieren. Wer hat das denn? Ich. Es gibt Menschen da Verliere ich lieber, als ich Gewinne. Weil es mich traurig macht, wenn ich gewinne und es macht mich glücklich wenn ich verliere. Weil sie es verdient haben, weil ich sie liebe oder einfach nur aus meinem Gefühl heraus.So geht es wohl vielen von uns aber wir sprechen nicht darüber, weil Verlieren kein gutes Licht auf uns wirft. Versager, Null, Verlierer sind da schnell die gängigen Begriffe die fallen. Gewinnen und Verlieren hat auch mit Gönnen zu tun. Ich gönne dem Anderen den Sieg. Ich schenke ihm den Sieg weil er mir nichts bedeutet. Kann unterschiedliche Gefühle beim Gewinner auslösen. Freut er sich oder ist er enttäuscht weil er sich nicht beweisen konnte? Nehme ich ihm seinen Triumph über mich, wird ihn das sauer machen? Es gibt viele Möglichkeiten im Spiel der Gewinner und Verlierer.

Wir bringen das auch gleich unseren Kindern bei. Wenn Sie gewinnen dann werden Sie gelobt und bestärkt. Verlieren sie werde sie getröstet. Allerdings mit dem Hinweis sich mehr anstrengen zu müssen, dann wären sie das nächste Mal die Gewinner. Was sagt es dem Kind? Vor allem wenn es wieder und wieder verliert. Es versteht ja nicht das zu einem Spiel auch Glück gehört. Es sieht sich immer nur verlieren. Auch wenn es gewinnt, lernt es daraus, das es nur gut genug ist wenn es gewinnt. Weil im Trost der Hinweis war Gewinne. Gewinne und alles ist gut. Aber es ist unmöglich, das es nur Gewinner gibt, auch wenn uns das Glauben gemacht werden soll. Sobald zwei Personen gegeneinander antreten, wird eine gewinnen und die andere verlieren. Geht nicht anders. Unentschieden gibt es nicht. Es gibt immer nur einen Gewinner. So die Spielregel des Menschen. Ich finde das es eine arme Welt ist, die so denkt. Auch stellt sich ja die Frage. Warum muss es Gewinner und Verlierer geben? Ist das ein Naturgesetz? Ein Gesetz zum Überleben? Nein, das war es vielleicht einmal als wir noch Neandertaler hießen. Da gab es noch das Recht des Stärkeren, weil der Verstand nicht ausreichte um zu begreifen. Weil vom gewinnen manchmal das Leben abhing. Heute werfen Fußballer ihre Medaille ins Publikum, weil sie nur Zweiter wurden.

Scheinbar haben wir genug Verstand aber er reicht immer noch nicht aus um zu verstehen. Zu verstehen das man nur mit Teilen die Welt erhalten kann. Das nicht im Gewinnen oder Verlieren die Menschheit überlebt. Gewinnen und Verlieren. Im realen Leben von uns Erwachsenen gewinnen immer die Gleichen, dementsprechend verlieren auch immer die Gleichen. Das ist Strategie. Lass sie spielen und sie werden an den Regeln nie etwas ändern. Lass sie die Gewinner feiern und die Verlierer beschimpfen, verachten und verspotten. Daher verliere ich gerne, denn jede Freude darüber, ist ein Sieg über das System Mensch. Ein System, das aus Menschen Verlierer macht, damit die Gewinner ihre Existenzberechtigung haben. Freud und Leid sind von Menschen geschaffen. Gewinnen und Verlieren von Menschen geschaffen. Geld und Macht, Werke des Menschen. Humanität gründet nicht in den Gewinnern. Spenden müssen, um Leben zu erhalten, gründet in den Gewinnern. In ihren Siegerpokalen verhungert und verarmt die Welt. Daher bin ich gerne ein Verlierer, wenn dadurch auch nur ein Mensch, ein Lächeln erfährt. Natürlich muss man im Leben kämpfen, für sich, seine Familie aber ich frage mich warum? Warum teilt man nicht einfach? Warum hilft man sich nicht einfach. Kämpfen muss man nur wenn man angegriffen oder allein gelassen wird. Sieger ist man nur wenn man einen anderen bezwungen hat. Muss man das? Ist das irgendein kosmisches Gesetz? Ist es wahrlich nicht. Es ist ein Menschen Gesetz. Gemacht von Menschen die nicht verlieren können.

Bild von giselaatje auf Pixabay #

2 thoughts on “Ich verliere dann mal

  1. Ich konnte schon nie etwas mit dem Satz anfangen: “Du musst um die Liebe kämpfen.” Für mich fühlte sich der Satz immer unstimmig und falsch an. Wieso sollte ich um sie kämpfen?

    Wenn ich liebe und die Liebe nicht zurückkommt, dann ist das so. Dann werde ich mich nicht verbiegen und Kopfstand machen, nur um eventuell doch noch zurückgeliebt zu werden…

    Der Mensch neigt dazu, Macht zu bekommen. Macht über andere Menschen. Der Größte sein zu können. Vermutlich hängt doch noch viel vom Neandertaler in uns Menschen drin… und nicht jeder ist und denkt so wie Du… und manche die doch so denken, trauen sich jedoch nicht so auch zu sein – zu handeln, zu sprechen…

Kommentar verfassen

%d Bloggern gefällt das: