Schau mir ins Gesicht, Kleiner

Das subtile Zusammenspiel von Emotion und Beziehung, bedarf eines Muster von Billionen elektromagnetischer Signale im Gehirn, um zu funktionieren. Was bedeutet das f√ľr uns Menschen? An erster Stelle steht hier ganz eindeutig das soziale Netzwerk, das wir alle brauchen. Ohne Ausnahme. Wir Menschen teilen Momente der Freude und Momente der Entt√§uschung, einfach aus folgendem Grund. Neuronen brauchen Neuronen anderer Menschen sonst sterben sie ab. Wir brauchen die Interaktion mit anderen Leuten. Diese Interaktion ist schon von Geburt an f√ľr uns √úberlebenswichtig. Unsere Gehirnfunktionen sind von unserem sozialen Netzwerk abh√§ngig, dass uns umgibt. Wenn wir verstehen, wie unsere Gehirne miteinander agieren, k√∂nnen wir verstehen was uns alle verbindet. K√∂nnen verstehen, warum es Kriege, Hass, oder Liebe und Helfen gibt. 7,8 Milliarden Menschen, macht auch 7,8 Milliarden Gehirne. Alles soziale Wesen im Geflecht von Wechselwirkungen. Begegnung ist daher Leben. Begegnung in der Arbeit, Freizeit, auf der Stra√üe, mit Freunden oder Fremden. Selbst wenn ich einen Kaffee in einem Caf√© bestelle, brauche ich Vertrauen in die Person, die mir den Kaffee bringen wird. Das geht nur wenn mein Gehirn gen√ľgend neurale Vernetzung aufweist. Wir bilden gerne Gruppen, gro√üe Gruppen, in denen wir ein neuronales Netzwerk teilen. Man geh√∂rt dazu. Das hat nat√ľrlich erst mal einen positiven Effekt, aber es erkl√§rt zu einem Teil auch unser feindliches Verhalten, anderer Menschen, bzw. Kulturen gegen√ľber. Da gab es mal einen Test, in dem Menschen verschiedener Kulturen, Bilder gezeigt wurden, in denen eine Spritze in die Hand einer Person gestochen wurde. Obwohl es nicht die eigene Hand war, zeigten alle Menschen eine Reaktion, als w√§ren sie selbst gestochen worden. Das liegt daran, dass wir eine Schmerzmatrix besitzen, die sich in drei Teilen unseres Gehirns befindet. Eine Matrix daraus ist die emotionale Schmerzmatrix. Diese reagiert wenn wir solche Bilder sehen. Diese reagiert auch wenn wir aus einer Gruppe ausgeschlossen werden. Wir zum Au√üenseiter werden. Diese Wissenschaftler haben nun neben jedes Bild eine Bezeichnung geschrieben. Hindu, Christ, Moslem, Jude, Atheist, Scientologe. Dabei heraus kam, dass bei nicht ethnischer Zugeh√∂rigkeit, die emotionale Schmerzmatrix inaktiv blieb. F√ľhlten die Menschen sich zugeh√∂rig, wurde die Matrix sofort aktiv. Unser Gehirn hat aber noch viel mehr Besonderheiten parat.

Manche Hähne glauben, dass die Sonne ihretwegen aufgeht.

Theodor Fontane

Andere zu verstehen, geh√∂rt zu den anspruchsvollsten T√§tigkeit unseres Gehirns. Worte interpretieren auch am Tonfall. Den Gesichtsausdruck und die K√∂rpersprache lesen. Mag sie mich? Braucht er meine Hilfe? Wir leben davon andere Menschen deuten zu k√∂nnen. Wenn man sie nicht deuten kann, dann verstehe man sie auch nicht. Diese Problem haben viele Autisten. Um Menschen zu verstehen, imitieren wir Gesichter. Dazu betrachten wir das Gesicht unseres gegen√ľber und seine Muskelbewegungen √ľbernehmen wir. Wir kopieren sie. Dadurch entsteht Kommunikation, auch die Nonverbalen Kommunikation. Bei einem anderen Test mit Personen, die sich das Nervengift Botox spritzen lie√üen, hat man festgestellt, das diese die Gesichter der Anderen, nicht mehr richtig lesen konnten. Da ihre Gesichtsmuskulatur nicht mehr imitieren konnte, verstanden sie die Signale nicht mehr richtig oder gar nicht mehr. Sicher habt ihr euch schon einmal gefragt, warum ihr im Kino Angst empfindet oder Tr√§nen weint, obwohl ihr doch wisst, das es nur ein Film ist. Alles gestellt nichts ist echt. Ihr wisst es genau und doch k√∂nnt ihr die Emotionen nicht vermeiden. Das liegt wieder an der emotionalen Schmerzmatrix. Dort liegen die emotionalen Erfahrungen, die wir im Laufe unseres Lebens gesammelt haben. Sie wird aktiviert, wenn wir aus unser Erfahrung heraus emotional angesprochen werden. Und Filme spielen das vor, was wir aus unserem Leben kennen oder daraus ableiten k√∂nnen. Dadurch sind wir f√§hig das zu empfinden, was andere empfinden. Dadurch erzeugen wir Mitgef√ľhl und Liebe. Vertrauen und den Impuls helfen zu wollen. Unser Gehirn das Meisterwerk der Natur. Aber nur wenn wir damit richtig umgehen. Es steckt viel Gef√§hrdungspotential in ihm, wenn wir es nicht mit den richtigen Informationen f√ľllen. Wir k√∂nnen es zu einem liebenden Freund machen, oder zu einem M√∂rder. Wir sollten daher sehr sorgsam mit ihm umgehen. Sonst gibt es eines Tages keine Menschen mehr und nicht nur weil wir die Erde f√ľr uns unbrauchbar gemacht haben.

Bild von Susanne Stöckli auf Pixabay 

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