Nachgefragt

Unter Nachgefragt werde ich mich mit Themen befassen die, der Mensch nicht mag. Oder mit denen er sich nur sehr ungern beschäftigt. Das Warum ist zumeist schnell erdacht aber die wirklichen Hintergründe doch tiefer liegen, als die ersten Gedanken dazu. Ja und diese Hintergründe will ich mir mit euch zusammen näher betrachten.

Zum Beginn nehmen wir das Thema zum Ausweichen schlechthin. Der Tod. Wer außer Totengräber und Beerdigungsinstitute möchte sich damit näher beschäftigen? Ok es gibt Zeitgenossen denen dieses Thema durchaus liegt aber diese Interessen sind zumeist eher morbider Natur. Auch gibt es Zweige der Wissenschaft die sich mit diesem Thema beschäftigen. Aber nur die Suche nach der Unsterblichkeit dringt da, wenn auch nur eher selten, an die Öffentlichkeit. Ist das nicht sehr verwunderlich? Neben dem Thema Leben, müsste der Tod doch das Thema überhaupt sein. Aber außer, “müssen eh sterben”, kommt da nichts. Na ganz so ist das natürlich nicht. Wir haben da ja noch unsere Religionen oder unsere Spiritualität. Wobei sich diese auch wieder nur mit dem Leben beschäftigen. Halt dem nach dem Tod. Diese These tot ist tot, will einfach keinen Einzug in die Menschheit halten. Es gibt zwar Menschen die, das sagen aber so wirklich überzeugend sind sie nicht und auch deutlich in der Minderheit. Zumindest in unseren Breitengraden. Der Glaube an Gott ist wohl nicht halb so groß, wie der Glaube an das Leben nach dem Tod. Ohne dieses Versprechen würde schon lange niemand an den Herrn im Himmel mehr glauben.

Die Geschichten aus der Bibel tragen auch nicht gerade dazu bei, sich mit dem Tod beschäftigen zu wollen. Ich meine jetzt nicht mal die Verdammnis oder das Armageddon. Es sind eher die Geschichten von der Entstehung der Erde und der Menschen, die wohl in jeden aufgeklärten Menschen mit Verstand, Zweifel an diesen Geschichten aufkommen läßt. Die Kirche selbst redet nicht gerne vom alten Testament. In sechs Tagen die Erde erschaffen und an einem Tag den Menschen, kommen in unserer Zeit einfach nicht mehr gut an. Da hat die Wissenschaft ganze Arbeit geleistet. Daraus entsteht natürlich ein großes Problem. Der Mensch müsste sich Angesicht der Tatsache das es einen Big Bang gab und der Mensch der Evolution unterworfen, der anderen Tatsache stellen das er sterblich. Also sterblich im Sinne von tot ist tot. Wer möchte das? Wohl nicht allzu viele. Was macht der Mensch? Er macht das was er mit dem Tod schon immer getan hat. Ignorieren. Aber wenn ich den Tod aus meinem Leben versuche auszuklammern, dann wird er immer in meinem Unterbewusstsein als Angst leben. Angst vor dem Tod. Würden wir alle offen über ihn sprechen, könnten wir lernen ihn als gegeben, was er auch ist, zu akzeptieren. Nicht als Schreckgespenst durch unsere Alpträume zu wandern. Natürlich wird auch dann keiner gerne sterben aber wir meckern ja auch nicht darüber das wir leben, wenn es manchmal auch noch so hart ist. Weil wir im Leben immer Hoffnung sehen. Hoffnung das es besser wird. Im Tod sehen wir keine Hoffnung, da sehen wir Tod oder Glaube.

Gibt es einen Unterschied zwischen Glaube und Hoffnung. Ganz eindeutig. Glaube ich an etwas, dann kommt es darauf an wie sehr ich daran glaube. Denn der Glaube ist ein Zweifel sonst hieße er Gewissheit. Um Glauben zur Gewissheit zu machen, braucht der Mensch einen Beweis und den gibt es nicht.Hoffnung ist etwas Reales, da wir alle schon gehofft haben und die Hoffnung sich auch erfüllt hat. Mag es noch so eine kleine Erfüllung gewesen sein. Somit ist Hoffnung eine Gewissheit.Würden wir erzogen im Tod eine Hoffnung zu sehen und nicht einen Glauben, wäre der Umgang mit dem Tod ein völlig anderer. Aber unsere Religionen verhindern das. Sie verhindern sogar das wir uns eine eigene Sicht zu einem Schöpfer oder wie man das auch benennen möchte, zulegen können. Es gibt den einen Gott und fertig. Ja und fertig für euch liebe Kirche.Aber immer mehr Menschen begreifen, dass es Alternativen zu eurem Glauben gibt. Und das man sich deshalb von einem Schöpfer nicht abwenden muss. Nur von dem Eurigen. Für die Menschen ist ein Versprechen, in dem keine erkennbare Grundlage lebt, kein Versprechen. Es ist eine Geschichte. Einfach nur eine Geschichte und in eurem Fall, eine ohne jeden beweisbaren Hintergrund. Jeder kann viel erzählen aber die Erzählung sollte doch so viel Beweis beinhalten, dass es der normale Mensch nachvollziehen kann und nicht daran glauben muss. Auch könntet ihr euch in der Kirche mal folgende Fragen stellen. Waren die Christen Heiden bevor sie Christen wurden? Oder waren die Christen schon immer Christen? Warum diese Fragen? Wenn euer Geschichte von der Erschaffung des Menschen stimmt, dann wurden die Menschen von Gott geschaffen. Müssten dann per se nicht alle Menschen Christen sein? Da ihr aber den Heiden euren Glauben aufgezwungen habt, kann irgendetwas an eurer Geschichte nicht stimmen.

Wie kann Gott den Menschen erschaffen haben und vergessen ihn gleich zu Christen zu machen? Warum ist das nicht in ihm? Also der Christ. Warum muss man den Menschen dazu bekehren? Liegt das vielleicht daran, dass Gott mit euch nicht viel zu schaffen hat? Dass der Schöpfer euch gar nicht kennt? Ich weis es nicht. Aber zurück zum Thema. Warum haben Menschen, die ein erfülltes Leben hinter sich gebracht, viel weniger Angst vor dem Tod? Wenn wir so leben, dass wir das Gefühl haben, kein Leben besessen zu haben, dann fürchten wir uns. Aber fürchten wir dann den Tod oder fürchten wir nie gelebt zu haben? Können wir nicht los lassen, weil wir noch unser Leben leben möchten? Wenn ich alles gelebt habe, das in mir war, kann ich dann noch etwas vermissen? Wenn ich aufrichtig geliebt habe und vielleicht sogar aufrichtig geliebt wurde, brauche ich dann noch eine Hoffnung oder gar einen Glauben? Habe ich dann nicht die Erfüllung gefunden? Liegt unsere Angst also nicht darin, dass wir zu viel verpasst haben? Das wir unser Leben weggeworfen haben? Dass der Tod nur als Ersatz Angst zu fungieren hat? Dass der Gedanke an den Tod uns daran erinnert wie völlig falsch unser Leben läuft und uns die Zeit durch die Hände rinnt? Zeit auch noch so ein Faktor der den Tod zu einem Schreckgespenst aufbläst. Tick, Tack, Tick, Tack hören wir die Sekunden verstreichen. Jedes Tick und jedes Tack, wieder ein paar Sekunden weniger. Schnell die Gedanken weg. Anstatt jedes Tick und jedes Tack als Anlass zu nehmen, unser Leben so zu leben, dass wir am Schluss mit einem dankbaren Lächeln gehen können. Nicht der Tod ist die Angst. Der ist nur ein Teil des Lebens. Unser Umgang mit ihm macht unser Leben zur Angst vor dem Tod. Wie wir leben bestimmt die Angst vor dem Tod. Unser Glaube an die Unsterblichkeit macht Angst vor dem Tod. Wir kommen aus, keine Ahnung und wir gehen wohin, keine Ahnung. Aber wir sterben, so wie wir geboren werden. Zwischen der Geburt und dem Tod liegt alles das uns bestimmt. Wir können uns dem Glauben an die Religion beugen. Wir können uns dem Glauben an die Wissenschaft beugen. Nichts von Beiden wird uns abnehmen wie wir leben wollen. Das sollten wir nicht vergessen. Denn nicht nur am Ende bist du für dich Verantwortlich. Du bist es dein ganzes Leben lang. Und somit liegt es in deiner Verantwortung wie du lebst und wie du sterben wirst. Mit Angst oder der Gewissheit dich selbst gelebt zu haben. Das sich dann in einem dankbaren Lächeln äußern wird.

3 thoughts on “Nachgefragt

  1. Geniesse Dein Leben! Du hast weniger Zeit als Du denkst!
    Ich bin nicht gläubig und habe 15 Jahre mit sterbenden Menschen gearbeitet. Angst vor dem Tod? Nein, wirklich nicht. Nur vor der hoffentlich kurzen Zeit davor.
    Es ist sehr schade, dass der Tod nicht mehr im Kreise der Familie stattfindet. Nur noch unbemerkt hinter verschlossenen Türen.

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