Der Mensch in der Menschheit

Das Individuum Mensch lebt unter seines Gleichen und doch macht er Unterschiede. Unterschiede in Rasse, Herkunft und √§hnlichen Nonsens. Ziehe dich nackt aus. Stehe vor einen Spiegel. Was siehst du? Einen Mensch. Du kannst machen was du willst. Du siehst einen Menschen. Frau oder Mann aber Mensch. Wir waren oder sind alle Kinder. Waren Babys oder sind gerade Baby. Wir gehen in Schulen oder nicht. In Kinderg√§rten oder nicht. Wir lernen, arbeiten oder nicht. Wir verloben uns, heiraten oder nicht aber wir f√ľhren alle Beziehungen. Mal l√§nger, mal k√ľrzer. Wir lieben. Wir haben Gef√ľhle. Wir kommunizieren. Wir sehen alle in die gleiche Welt, auch wenn wir verschiedene Dinge sehen. Sie existieren alle in dieser, unserer Welt. Was unterscheidet uns also? Unsere Traditionen, unser Umfeld, unsere Lehren, unsere Religionen oder die Ablehnung all dessen? Egal welche Unterschiede wir auch zu sehen glauben, wir sind und bleiben eine Rasse. Der Mensch, die Menschheit. K√§me ein Alien auf diese Welt, w√§ren wir f√ľr ihn die Planeten Bewohner. Er w√ľrde nicht unterscheiden zwischen Franzose, Brasilianer, Peruaner, Engl√§nder, Eskimo, Indianer, Chinese, Wei√üer, Schwarzer oder wie auch immer Menschen sich zu definieren suchen. Wir w√§ren die Planeten Bewohner. Er w√ľsste nicht einmal, dass wir unseren Planeten, der uns gar nicht geh√∂rt, Erde nennen. Vielleicht hat er ein v√∂llig anderes Verst√§ndnis f√ľr ein Miteinander? Wie w√ľrden die Menschen auf so einen Besucher reagieren? Erstmal alle Waffen auspacken? Erstmal zu kommunizieren versuchen? Sind wir Menschen nicht sehr √§ngstlich und deshalb auch sehr Paranoid? Sehen wir nicht zuerst den Feind und dann den Freund? Wir sind der Liebe alle f√§hig und doch siegt unser Misstrauen. Lieber zuerst schie√üen, bevor es der Andere macht. Vertrauen bekommt man nicht geschenkt, dass muss man sich verdienen. Geld bekommt man nicht geschenkt, dass muss man sich verdienen. Liebe bekommt man nicht geschenkt, die muss man sich verdienen. Verdienen muss Jeder der dem Geld dient. Ein lebloser, gef√ľhlsloser, toter Gegenstand bestimmt unser aller Dasein. Er gibt Werte vor. Er bestimmt den Wert jedes einzelnen Menschen. Ja und so tot f√ľhlen sich dann ganze Gesellschaften an. Von Oben wirken sie lebendig, gesch√§ftig aber blickt man direkt hinein, lebt man darin, dann wird das Tote sichtbar. Der Tod der Gef√ľhle. Der Tod der Ehrlichkeit. Der Tod der Wahrheit. Der Tod der Gleichberechtigung zwischen den Menschen. Der Hype um Quoten und Statistiken. Das Verlangen nach mehr. Der Konsumrausch. Das Ausblenden der anderen Menschen. Weit weg ist doch Heute so nah. Aber nur als Urlaubsziel, nicht als Menschlichkeit, nicht als Menschheit. Man betrachtet sein Gegen√ľber und sieht einen Wei√üen, einen Schwarzen, einen Syrer, einen Belgier, einen Chinesen oder einen Russen. Man sieht nicht den Mensch. Aber Er oder Sie ist ein Mensch. Nichts weiter. Nur ein Mensch. Er f√ľhlt. Sie lacht. Beide weinen. Sie essen und trinken alle. Sie brauchen das auch. Nur weil sie fernab von uns leben, leben sie nicht von Luft und Liebe. Sie sterben genau wie alle Menschen, wenn sie nichts zu Essen oder zu Trinken bekommen. Realisieren wir das noch? Ist der neue Fernseher wichtiger als deren Leben? Sie brauchen Medizin und √Ąrzte wissen wir das noch? Warum kauft man nicht anstatt eines neuen gro√üen Auto, ein kleines gebrauchtes Auto und investiert das gesparte Geld, in das √úberleben anderer Menschen? Sind sie es uns nicht wert? Was interessieren mich andere Menschen? Sind wir alles √ľber gro√üe Narzissten? Nicht f√§hig Mitgef√ľhl und Verantwortung f√ľr andere Menschen zu √ľbernehmen? Wenn DU in den Spiegel siehst, wen siehst DU dann? Wenn ICH in den Spiegel sehe, wen sehe Ich dann? Ist Gewissen etwas f√ľr Schw√§chlinge? Ist Ehre etwas f√ľr Weicheier? Ist Humanit√§re Hilfe etwas f√ľr die mit viel Geld? Ist Mitgef√ľhl ein Luxus den wir uns nicht leisten k√∂nnen? Sind wir die Natur, nur der St√§rkste √ľberlebt? K√∂nnen wir nicht w√§hlen? K√∂nnen wir nicht selbst entscheiden, Wer und Wie wir sein m√∂chten? Da geh√∂rt kein Fragezeichen hin, da wir definitiv w√§hlen k√∂nnen. Aber wir w√§hlen nicht. Wir haben entschieden. Die Anderen m√ľssen sterben oder im Dreck leben. W√§re das nicht so, m√ľssten wir uns einschr√§nken. Wir haben aber nur ein Leben. Pech f√ľr die Anderen, Gl√ľck f√ľr Uns. Wobei wir dieses Gl√ľck auch nicht achten. St√§ndig am meckern das es uns besser gehen m√ľsste. Besser als Wem oder Was? Ist mehr Geld das bessere Leben? Ist ein sch√∂nes, neues, gl√§nzendes Auto das bessere Leben? Wir denken nicht eine Sekunde dar√ľber nach, dass andere Menschen f√ľr unseren Luxus leiden und sterben m√ľssen. Wir sind wie Herrscher √ľber Sklaven mit jedem unn√∂tigen Kauf den wir t√§tigen. Ist jetzt zu hart formuliert. Nicht hart genug. Wir alle sind Verbrecher an der Rasse Mensch. Mit jedem Kauf der unn√∂tig. Und unn√∂tig ist nicht das dritte Auto oder der f√ľnfte Fernseher. Jeder Kauf verringert die Ressourcen auf diesem Planeten. Jeder Kauf eines Handys, veranlasst das ein Kind irgendwo auf diesem Planeten, ein seltenes Erz aus der H√∂lle holen muss. Oder ein Erwachsener in einer Salzw√ľste dieses z√ľchtet. Ja unser Kaufverhalten hat Konsequenzen. Konsequenzen die t√∂dlich enden k√∂nnen und werden. Machen wir uns das bewusst? Das will uns so gut wie Keiner erz√§hlen. Weil wir Arbeiten und Kaufen sollen. Menschen verachteten Menschen. Menschen missachten Menschen und das ist alles v√∂llig Normal. Wir zucken nicht mit der Wimper wenn das neuste Smartphone auf dem Markt erscheint. Sofort sind wir bereit zum kaufen. Jeder Kauf ist ein St√ľck Umweltzerst√∂rung, jeder Kauf ist das Leid vieler Menschen. Der Tod von Kindern und Erwachsenen. Das sind keine M√§rchen, keine Erfindungen. Das ist die Realit√§t. Jeden Tag aufs Neue. K√∂nnen wir unsere Entscheidung nicht doch √ľberdenken? K√∂nnen wir sie nicht doch ver√§ndern? Jeder einzelne Verzicht bedeutet Leben und Ressourcen zu retten. Jeder einzelne Verzicht.

photo Gerd Altmann auf Pixabay 

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