Damals und Heute

FrĂŒher ging man Samstag morgen zum Wocheneinkauf in den Laden. Wenn es richtig gut wurde in die Stadt zum bummeln. Heute geht man zum “Nachbarn, zum “Wochenmarkt” oder wie immer sich die Discounter heute selbst benennen. Man geht auch nicht mehr einkaufen, man geht in eine Mall zum shoppen.

FrĂŒher gab es den BĂ€cker, den Metzger, den Apotheker, den Friseur, den Schuhmacher und den Tante Emma Laden.

Auf meinem Schulweg, der ca. 5 km Betrug, lag ein BÀcker. Der Duft der Backwaren stieg mir schon ein Kilometer vor erreichen des BÀckers in die Nase. Er alarmierte alle Geschmacksknospen in mir. Es war ein Elend an ihm vorbei zu laufen ohne den Laden betreten zu können.

Aber an manch einem Tag ging ich nicht vorbei. Ich trat ein ins Nasen und Gaumen Paradies und die TĂŒrglocke klingelte laut. Eine Theke voll von Köstlichkeiten starrte mich an oder ich sie. Die Wahl viel schwer, aber der Schulweg schien sich durch den kurzen Aufenthalt, auf magische Weise zu verkĂŒrzen.

Milch kauften wir im Tante Emma Laden. Nicht im Tetrapack , in der Kanne die man mitbrachte. Die Milch wurde an der “KĂ€setheke” aus einem Hahn gepumpt. Manchmal schimmerte sie blĂ€ulich. Dann schimpfte meine Mutter, dass die Milch wieder mit Wasser gestreckt sei.

Heute geht man in eine Mall, so groß wie zwei Fußballfelder zum shoppen. Hier findest du alles außer Lebensmittel zum kaufen. Naja alles nicht. HauptsĂ€chlich befinden sich dort, KlamottenlĂ€den, SchuhlĂ€den, HandylĂ€den, Futterkrippen, Coffeeshops und BĂŒcherlĂ€den.

Handy, wir hatten Telefone. Die Dinger mit Hörer, Kabel dran und WĂ€hlscheibe. Dazu passend TelefonbĂŒcher. Es gab auch Telefonzellen, allerdings meistens ohne Hörer und das Telefonbuch wies große LĂŒcken zwischen den Buchstaben E und G und R bis Z auf. Meist wurde die Telefonzelle auch als Urinal missbraucht. Deshalb standen die meisten Menschen so breitbeinig darin.

Kaugummi Automaten gab es auch noch. Die waren nicht so interessant wie die Automaten daneben. Da konnte man kleines Spielzeug, in bunten, runden BÀllen raus holen. 

Das alles hat sich doch sehr verĂ€ndert. Ich kann jetzt nicht sagen welche Zeit besser gewesen wĂ€re. AuffĂ€llig jedoch ist, dass Heute keiner mehr Zeit hat. Die hatte man frĂŒher noch. Auch der Arbeiter an sich, ist heute sehr viel schlechter dran. FrĂŒher wurde er noch anstĂ€ndig bezahlt in den meisten Berufen und die sogenannten  Hilfsarbeiter (Menschen ohne Ausbildung) fanden auch genug Arbeit. LangjĂ€hrige Mitarbeiter wurden ausgezeichnet und nicht entlassen weil sie zu viel kosten.

Kinder waren draußen bei ihren Freunden und spielten miteinander. Es gab noch feste Essenszeiten und am Sonntag war Ruhe. Ok, die Ruhe ist einem auf den Keks gegangen. Oder SonntagsspaziergĂ€nge, Sonntagsausfahrten. Das war nicht Meines.

Aber der Sonntagsbraten 🙂 🙂 🙂

Sonntagsbraten nach Omas Art

Elemente:

1 kg Rinderbraten, 1 Zwiebel, 1 Knoblauchzehe, Salz, Pfeffer, Rosmarin, 1 Lorbeerblatt, 3 Nelken, 125 ml Rotwein, 100 ml Wasser, 1 Tl Mehl, 125 ml Sahne

Gestalt geben:

In einem großen BrĂ€ter Öl heiß werden lassen. Den Rinderbraten darin rundherum an brĂ€unen.

Zwischenzeitlich Knoblauchzehe und die Zwiebel fein hacken. Beides zum Rinderbraten geben. Mit dem Rotwein ablöschen, etwas einkochen lassen. Wasser zugeben und mit den GewĂŒrzen bestreuen. Das Lorbeerblatt und die Nelken zugeben.

Den Deckel auflegen, die Hitze auf die niedrigste Stufe herunter schalten, den Braten etwa 50 bis 60 Minuten garen. Nach 30 Minuten einmal wenden.

Nach der Gar zeit den Rinderbraten aus dem BrÀter nehmen und warm stellen. Das Lorbeerblatt und die Nelken aus dem Braten Fond nehmen und die Sauce noch etwas ein reduzieren. Mit einem TL Mehl binden.

Die Sauce pikant abschmecken und zum Schluss die Sahne unterziehen.

Den Braten in Scheiben aufschneiden und auf einer Servierplatte anrichten. Zusammen mit der Sauce servieren.

Dazu Knödel und Rotkraut reichen.

Tipp:

Ein krÀftiger Rotwein rundet den Sonntagsbraten ab.

28 thoughts on “Damals und Heute

  1. Damals war alles relaxter, nicht so hektisch.
    Die Kinder durften sich draußen mehr ausprobieren.
    FrĂŒher gab es nicht Tausend Möglichkeiten. Man kaufte was da war und fertig.
    Heute kommen manche im Dschungel der Möglichkeiten nicht mehr klar und können schlecht Entscheidungen treffen.
    Manche meinen heute alles mitnehmen zu mĂŒssen um ja nichts zu verpassen. Auf Dauer ist das natĂŒrlich ungesund. Nicht umsonst erkranken so viele an Burnout.

    • Hallo Nati
      Das Problem ist das die Leute schuften bis zum umfallen, um dann ihr ganzes Geld denen wieder zu geben, die sie bis zum umfallen schuften lassen. Sie bemerken das noch nicht mal, weil sie nicht mehr wissen, wie es sich anfĂŒhlt wirklich zu leben.

      • Das kommt noch hinzu, Robert.
        Etwas weniger ist auch schön.
        Zufrieden sein mit dem was man hat und nicht immer danach schielen was der Andere hat.
        Zufriedenheit macht glĂŒcklicher als jeder Gegenstand der aus Neid gekauft wurde.

        • Den Menschen der westlichen HemisphĂ€re wurde das Leben weggenommen Jetzt arbeiten und existieren sie. Spaß bedeutet kaufen. GlĂŒck bedeutet das neue Auto, der neue Fernseher oder das Handy. Geld hat die Menschen ins UnglĂŒck geschickt

    • Die meisten Gastronomen leben ihre Arbeit, weil es ihr Hobby ist. So ging es auch mir. Daher habe ich meine Freizeit auch immer sehr geschĂ€tzt Ich lebe gern mein Leben. Ich mag Menschen, Freunde und Familie. Alles was mich vom wirklichen Leben abhalten könnte, habe ich schon immer ignoriert Reichtum ist fĂŒr mich meine Familien, meine Freunde, zu wissen wen ich liebe und zu wissen wer mich liebt.

  2. Hi Robert, ich bin kein Freund von “frĂŒher war alles besser”, natĂŒrlich gibt es viele Dinge, die sich fuer uns besser angefĂŒhlt haben. Unsere Kinder werden wohl das gleiche in ca. 20 Jahren behaupten. FrĂŒher hatten wir kein Internet und so also nicht die Möglichkeit auf so interessante Menschen, wie z. B. Dich zu treffen :-)…FrĂŒher war nicht alles besser, nur anders… das wĂ€re meine Aussage. Das einzige, was ich mir wĂŒnschen wĂŒrde, wĂ€re ein wenig Entschleunigung. Diesen Punkt teile ich mit Dir. Schoenen Abend Tete

  3. Es war ein Elend an ihm vorbei zu laufen ohne den Laden betreten zu können.

    lieber robert, vielen dank fĂŒr diesen obigen satz. ich hab sehr gelacht. 🙂
    vor ein paar tagen habe ich eine doku ĂŒber die zeit gesehen, die passt gut zu deinem text.
    auf der arte-seite finde ich die doku gerade nicht, vielleicht hab ich den link irgendwo aufgehoben, dann lass ich ihn dir da.
    das paradoxe ist, dass alle dieselbe zeit haben, doch die selbstoptimierung vielfach dazu fĂŒhrt, keine mehr zu haben. 🙂
    ich finde es schön, zeit zu haben, sich zeit zu nehmen, mir zeit zu nehmen. telefonieren in telefonzellen fand ich auch schöner, als telefonieren mit dem handy oder smartphone.
    schönen abend dir, lieber robert.

  4. Ja, es war ĂŒberschaubarer , da gebe ich dir auch recht. Heute verlieren wir uns oft im “Meer” der Möglichkeiten, was natĂŒrlich auch etwas positives mitbringt. Die Vielfalt. Dankeschön fĂŒr das dito 🙂 Tete

  5. Am meisten vermisse ich LĂ€den wie BĂ€cker und Metzger. Die gibt es hier in Schweden seit vielen Jahren nicht mehr. Nur noch industrieproduzierte Massennprodukte. Das war wirklich besser frĂŒher.
    Ich hatte auch einen BĂ€cker auf dem Weg zur Schule und manchmal habe ich Geld gekriegt um mir da was zu kaufen. Ha..ha…
    Die Milch in der Milchkanne…. habt ihr die auch immer im Kreis geschwungen und versucht keinen Tropfen zu verlieren?
    Ich denke viele Menschen leben nur noch fĂŒr ihre sozialen Kontakte im Internet. Vor meinem Haus ist fast ein kleiner Junge (ca. 3 Jahre) von einem Auto erfasst worden. Die Mutter ging 3 Meter vor ihm und starrte auf ihr Handy. Werde ich nie vergessen.
    Dein Rezept lÀsst mich sofort an meine Mutter denken, die Köchen war und an meinen verstorbenen Mann, der Koch war (aus Leidenschaft).

  6. Ja, Schweden ist ein schönes Land aber ein Land, das auf seine Menschen achtet? Glaub nicht alles was du in deutschen Nachrichten ĂŒber Schweden hörst. Ich hab mich schon sehr oft aufgeregt wenn Schweden als Vorbild dargestellt wird. Da wird immer nur die halbe Wahrheit erzĂ€hlt. Ich lebe seit 30 Jahren hier und weiss wie der Hase lĂ€uft.

  7. Ich habe das GlĂŒck in einem “Dorf” zu leben, wo es noch den BĂ€cker und den Metzger gibt. Milch in der Kanne gab es jedoch bei mir in meiner Jugend nicht, dafĂŒr aber in sehr weichen PlastiktĂŒten, die man dann in eine Kunststoffhalterung steckte, um ihr Halt zu geben.

    Was mich nicht nur bei MĂŒttern mit Kindern aufregt, sondern auch bei GassigĂ€ngern mit ihren Hunden ist dieser absolute Blick auf’s Handy. Da rege ich mich innerlich drĂŒber auf! Wissen die Leute eigentlich noch, wo sie sich befinden? Ob ihr Hund gerade einen vergifteten Köder frisst? Ist denen das alles so egal, Hauptsache online?

    Und last but not least: ich beneide die Menschen, die in ihrem Beruf aufgehen. Dahingehend habe ich “meinen” offenbar noch nicht gefunden, auch wenn ich durchaus arbeite. Und danke fĂŒr das Rezept! Hast Du vielleicht auch ein schönes fĂŒr einen Wildschweinbraten aus der Keule gelöst? Ich habe da gerade ein so schönes StĂŒck Braten ergattern können und keine Ahnung, wie zubereiten. Hirschbraten kein Thema, aber Wildschwein – keine Ahnung! 🙂

    • GrĂŒĂŸ dich
      Erst mal danke fĂŒr deine Worte. Die Milch in diesen seltsamen Beuteln kenne ich auch noch. Ja das mit den Handys ist krass. Ich kann dir anbieten, in meinem nĂ€chsten Post,
      ein Rezept fĂŒr dein Wildschwein zu schreiben.
      Lg Robert

  8. Die Jahre kamen, als Zoll und Technologie viele Schritte vorwĂ€rts machten. Was wir erlebt haben, ist nicht vergleichbar mit dem, was es heute ist. Es gab mehr Tradition und was zu Fuß gemacht wurde, hat bereits seine GĂŒltigkeit verloren. Die Geschichte ist sehr interessant und auch das Bratenrezept ist sehr gut. Ich habe es genossen zu lesen. Ich hatte eine gute Zeit, weil ich mich auch an das erinnerte, was ich zuvor erlebt hatte.
    Eine große Umarmung
    Manuel

  9. Bei uns gab es gegenĂŒber sogar noch einen Milchmann und spĂ€ter, als ich schon einmal auf dem Land lebte, ging man mit seinen Milchkannen zum Bauern, holte aus dem Tank seine Milch und legte die Mark in eine SchĂŒssel.

    Ich erfreue mich ja daran, dass es noch genug Einkaufsmöglichkeiten gibt, jenseits der Einkaufszentren und SupermÀrkten oder Discountern.

    Mir gefÀllt auch heute das Einkaufen in den persönlichen GeschÀften besser, weshalb ich das auch so oft wie möglich bevorzuge.

    Die Zeit war beschaulicher und persönlicher. Man kannte die GeschÀftsinhaber und ihre Angestellten und diese sprachen einen beim Namen an. Man hatte auch Zeit beim Einpacken an der Kasse.

    • Auch auf der Arbeit war alles anders. Man erfuhr noch WertschĂ€tzung, hatte Urlsubsgeld, Weihnschrsgeld. Und Ehrungen wenn man viele Jahre im Betrieb tĂ€tig war. Die Arbeitszeit war auch noch anders. Mo bis Freitag. Wenn Samstag dann nur Vormittags. Man konnte Sonntags nicht einkaufen. Akkordarbeit wurde noch extra Ausgeschrieben und bezahlt.

Kommentar verfassen

%d Bloggern gefÀllt das: