Selbstfindung ist ja so ein ganz trendiges Wort, auch wenn es schon eher als zeitlos betrachtet werden kann. Zu erkunden wer man Selbst ist. Erscheint nicht nur auf den ersten Blick recht schwierig. Ich kann einzelne Aspekte meiner Person erkennen aber das Gesamtbild? Das ist eine v√∂llig andere Hausnummer. Da reichen Fragen nach Vorlieben, Abneigungen, Interessen, F√§higkeiten und Talente nicht aus. Warum reicht das nicht? Macht es doch meine Person aus. Ja, aber nur sehr begrenzt aus. Ein kleines Beispiel dazu. Ich lerne als Kind Klavier spielen. Jahrelanger Unterricht haben mich zu einem passablen Pianisten gemacht. Wenn ich spiele sagen die Leute, super warum machst du nicht einen Beruf daraus? Diese Frage wird sich mir selbst aber nie stellen, da ich kein Klavier anfasse. Ich hasse Klavier spielen. Jede einzelne Stunde am Klavier war ein Horror f√ľr mich. Aber ich kann Klavier spielen. Ist das nun ein Teil meiner Pers√∂nlichkeit oder eher nicht? Gute Frage aber was antworten wir darauf? Geh√∂rt etwas zu meiner Pers√∂nlichkeit das ich selbst nie wollte. Ja und nein w√§re die korrekte aber nicht pr√§zise Antwort. Mein Pers√∂nlichkeit ist im Endeffekt alles was ich bin. Also auch das Klavierspieler Dasein. Da ich es aber ablehne und auch nicht aus√ľbe, ist es ein Teil meiner Pers√∂nlichkeit, der f√ľr mich selbst nicht existiert. Nur f√ľr mich, sonst f√ľr keinen. Alle anderen die davon wissen, halten es f√ľr einen Teil meiner Pers√∂nlichkeit. So werde ich damit konfrontiert und lehne es ab. Es wird damit immer weniger Teil meiner Person. Letztendlich werde ich bei st√§ndiger Erinnerung, eine Art von Hass, auf diesen Teil meiner abgelehnten Pers√∂nlichkeit entwickeln.

Das ist nur einer von vielen Aspekten, die meiner Pers√∂nlichkeit zu wider laufen k√∂nnen und doch Teil von mir sind. Alleine an der n√§chsten Frage, werden ihr die Komplexit√§t einer Selbstfindung erkennen. Muss ich um mich Selbst zu finden, alle Ablehnungen in mir, in die Pers√∂nlichkeit einbauen oder muss ich sie alle aussortieren? Geht das √ľberhaupt? Kann ich, was auch immer, annehmen oder zerst√∂ren in mir? Bin ich f√§hig etwas aus meiner Pers√∂nlichkeit zu entfernen? Ignorieren wohl ja aber zerst√∂ren? Ich denke nicht, dass der Mensch dazu f√§hig ist. Er m√ľsste Zugang zu seinem Unterbewusstsein haben und diesen Zugang besitzen Menschen ganz eindeutig nicht. Kann ich also etwas sein das ich nicht bin? Scheinbar ja, da ich spielen kann. Aber nur weil ich spielen kann, bin ich auch der Spieler? Mein Naturell, dass das spielen ablehnt, scheint wohl eher meine Pers√∂nlichkeit zu sein. Bin ich damit all das was ich gut finde und alles was ich ablehne bin ich nicht? Vom Prinzip her ja. Wie kann ich etwas sein das ich ablehne? Aber wie kann ich etwas nicht sein, das ich ganz eindeutig bin? In diesem Fall der Klavierspieler.Bin ich wirklich nur das was ich sein m√∂chte? Diese Frage m√∂chte ich gerne bejahen. Weil ich kann nur das sein, was ich auch sein m√∂chte. Ich kann nicht etwas sein, dass ich absolut ablehne. Auch wenn ich, wie in unserem Beispiel, ein Instrument beherrsche. Meine Fertigkeiten machen nicht meine Pers√∂nlichkeit aus, insofern ich sie mir nicht durch meine Pers√∂nlichkeit angeeignet habe. Ich denke das dies nachvollziehbar. Aber dadurch habe ich noch nicht meine Pers√∂nlichkeit gefunden. Und doch ist es wie eine Blaupause f√ľr den restlichen Weg. Wobei restlich drastisch untertrieben ist. Ich bin ja nicht nur meine Vorlieben auch meine Abneigungen machen mich aus. Aber ich bin meine Vorlieben und nicht meine Abneigungen. Ich hoffe ihr erkennt den Unterschied.

Das hei√üt, auch meine Abneigungen sagen viel √ľber meine Pers√∂nlichkeit aus. Ich bin Frieden, weil ich Krieg ablehne. Ich bin Bio Bauer, weil ich die Umwelt retten m√∂chte. Stimmt so nicht. Ich verwende keine Pestizide, weil ich die Umwelt retten m√∂chte. Warum diese Unterscheidung? Weil wir bei der Pers√∂nlichkeitsanalyse sind. Um meine Pers√∂nlichkeit zu finden, muss ich Detail Arbeit leisten. Bio Bauer kann f√ľr vieles in meiner Pers√∂nlichkeit stehen, keine Pestizide zu verwenden nicht. Ich mag keine Schule ist kein Teil meiner Pers√∂nlichkeit. Ich mag den Lehrer nicht. Ich mag Mathematik nicht, ich mag das Geb√§ude nicht. Das sind Teile der Pers√∂nlichkeit. Ich schwimme gerne ist kein Teil der Pers√∂nlichkeit. Ich mag Wasser schon. Was macht den Unterschied? Die Kindheit. Als Kind mag ich schwimmen, weil ich das Wasser liebe. Ich mag die Schule nicht, ist nur das gro√üe √úbergeordnete. Es ist immer ein Teil der Schule, dass das Kind ablehnt. Sp√§ter der Erwachsene. Unsere Pers√∂nlichkeit beruht auf dem was wir erfahren und gelernt haben. Als kleine Kinder. Als Kinder, die nur mit ihrem Gef√ľhl auf Situationen reagiert haben. Diese Gef√ľhle haben unserem Gehirn beigebracht, was wir sp√§ter wurden. Wenn ich also wirklich wissen m√∂chte wer ich bin, dann muss ich mich mit meinen Gef√ľhlen besch√§ftigen. Sie allein wissen wer und was ich bin. Aber mit unseren Gef√ľhlen haben wir es nicht wirklich. Daher sind wir st√§ndig auf der Suche nach uns selbst. Nur suchen wir nicht in der richtigen Gegend und geben daher viel Geld f√ľr Selbstfindungs Kurse aus. Aber finden wir dort, die Verbindung zu unseren Gef√ľhlen? Nicht den Gef√ľhlen mit denen wir uns rumplagen. Gef√ľhle die Wissen √ľber uns selbst vermitteln. Dazu m√ľssten wir erst einmal lernen Gef√ľhle zuzulassen. Das Problem dabei, es kommen immer erst die Gef√ľhle hoch, die wir tunlichst meiden wollen. Wir jetzt schon ersichtlich, warum so gut wie keiner wirklich weis, wie seine Pers√∂nlichkeit nun wirklich aussehen mag.

Lerne dich f√ľhlen und dann sag mir wer du bist. Ob das alles so richtig ist, kann ich nicht sagen. Aber es ist meine √úberzeugung das dem so ist. Wie sonst k√∂nnte man die ewige Sinn Suche des Menschen erkl√§ren. Der Mensch sucht nicht seinen Sinn, er sucht sich selbst. Und wenn er sich gefunden hat, dann wird sich der Sinn offenbaren.

photo Pexels auf Pixabay 

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