Lass mich ES verstehen

Wir Menschen sind schon absonderliche Wesen. Wir sind neugierig und möchten alles verstehen. Dadurch haben wir gelernt Atome zu spalten, die DNA zu entschlĂŒsseln und in den Weltraum zu fliegen. Zu außergewöhnlichen Leistungen sind wir fĂ€hig.

Doch verstehen wir uns selbst nur bedingt bis gar nicht. In diesem UnverstĂ€ndnis uns selbst gegenĂŒber suchen wir unser Verstehen in den Anderen. Wir maßen uns zuweilen sogar an, Andere besser verstehen zu können, als sie sich selbst.

Das wir da einiges durcheinander bringen kommt uns dabei nicht in den Sinn. In esoterischen Kreisen nennen sie das Spiegeln. Wir sehen im Anderen unsere eignen BedĂŒrfnisse und UnzulĂ€nglichkeiten. Allerdings wollen wir diese an unserem GegenĂŒber ausleben und nicht in uns selbst.

Munter versuchen wir ihn so zu verbiegen, dass wir ihn ansehen können und uns gut fĂŒhlen. Aber oh Graus der strĂ€ubt sich dagegen. Mit HĂ€nden und FĂŒĂŸen wehrt er sich dagegen, dass wir ihn verbessern. Zu dem Menschen machen der er sein könnte. Also den Menschen den wir selbst gebrauchen können.

Das verstehen wir nicht. Wir meinen es doch nur gut mit ihm. Aber das war schon immer so. Undank ist der Welt Lohn. Erbost wenden wir uns von ihm ab. Er hat unsere Liebe nicht verdient. Jahrelang haben wir uns die MĂŒhe gemacht und ihm unsere kostbare Zeit geschenkt. Im Versuch ihn zu retten.

Wenn wir nur gehen wĂŒrden , so hĂ€tten wir ihn wirklich gerettet. Vor uns. Wir verstehen nicht das UNSER ihn verĂ€ndern wollen zu seinem Besten, nichts weiter ist als der Versuch, uns selbst nicht anschauen zu mĂŒssen. Wir erkennen in ihm all unsere MĂ€ngel und Defizite, die wir an uns so gar nicht mögen.

Also bearbeiten wir ihn. Sollten wir damit Erfolg haben, dann verlassen wir ihn auch. Denn jetzt sehen wir in ihm was wir gerne sein wollten und das können wir ĂŒberhaupt nicht ertragen. So wird uns jetzt jeden Tag vor Augen gefĂŒhrt, was wir selbst gerne sein wollten.

Nichts fĂ€llt uns schwerer und nichts verstehen wir weniger, als uns selbst zu betrachten. Wir wissen noch nicht einmal wie man das macht. Dazu bedarf es nun Wahr und Wahrhaftig eines Spiegels. Diesem und Achtsamkeit uns selbst gegenĂŒber. Mal ohne eine Beziehung leben oder sich eine Auszeit aus derer nehmen.

Einfach in die Natur gehen ohne erreichbar zu sein. Aufhören zu denken und anfangen sich selbst zu fĂŒhlen. Diese von vielen als albern angesehenen BĂ€ume umarmen ist dabei sehr hilfreich. Das Warum werde ich jetzt nicht erklĂ€ren. Einfach mal den Baum der eigenen Wahl umarmen und Worte sind nicht mehr von Nöten.

Spielen mit den eigenen Kinder und selbst dabei aufhören Erwachsen zu sein. Einfach mal unverschĂ€mt albern sein. Wenn die Kinder irritiert schauen machst du es richtig. Geh mal wieder mit einem Stofftier ins Bett. Je grĂ¶ĂŸer das SchamgefĂŒhl, je grĂ¶ĂŸer die Peinlichkeit um so mehr brauchst du das Stofftier, den Teddy.

Wenn du dir einbildest der taffe Erwachsene zu sein, heißt das nicht das du dich kennen wĂŒrdest. Du kennst dich erst, wenn Teddy und Baum dir Freund geworden. Jeder an seinem Platz. Wenn du im Spiegel dich selbst siehst und ein LĂ€cheln in dir aufsteigt ohne das es einen Grund im Außen gibt.

Wenn du deinen Partner/in ansiehst und du möchtest nichts verĂ€ndern an ihm/ihr. Weil du in dir Ruhe und Gelassenheit, deinem Selbst gegenĂŒber gefunden hast. Solange dem nicht so ist, wirst du weiter Atome spalten, dein Handy auf dem Nachttisch liegen haben und leise in dich selbst hinein weinen, weil du kein GlĂŒck in dir zu finden vermagst.

26 thoughts on “Lass mich ES verstehen

  1. Guten Morgen Robert.
    Dieses stÀndige rumgebiege an andere.
    Warum wollen es andere immer wieder gerne?
    Ich lasse die Menschen wie sie sind und versuche nur zu verstehen warum sie sind wie sie sind. Ich lasse mich ja auch nicht verbiegen und an mir rumzerren. Dann bin ich ja nicht mehr ich.

    • Die Frage die sich da immer stellt, wer bin ich fĂŒr mich und wie wirke ich auf Andere? ist das in Harmonie oder klaffen da große LĂŒcken? Sehen mich Andere, so wie ich ĂŒber mich denke oder völlig anders? Auch in diesen beiden Wahrnehmungen liegt viel Potential der Selbstwahrnehmung.

      • Bei mir ist es eher so, das mich Fremde eher schlecht einschĂ€tzen können. Daher sind manche eher vorsichtig. Wenn sie mich nĂ€her kennenlernen stellen sie oft fest das ihre erste Meinung falsch war.
        Ich persönlich finde es nicht weiter schlimm, das ich am Anfang nicht wie ein offenes Buch lesbar bin.

        • Du sollst auch kein offenes Buch sein. Auch nicht das du dich verĂ€ndern musst. Es geht um Selbstreflexion aber nur wenn man das möchte. Wenn du zufrieden mit deinem Leben und dir selbst bist, ist das alles was du brauchst. VerĂ€nderung ist nur fĂŒr diejenigen die danach suchen oder fĂŒhlen das sie innere VerĂ€nderung brauchen.

  2. Keine Ahnung, ob mich andere so sehen, wie ich mich sehe 
 wahrscheinlich eher nicht, da mich ja keiner wirklich kennt. Aber ist mir das wichtig? Bei manchen Menschen schon, bei anderen ist es mir egal. Wenn man meine Bilder ansieht oder meine Geschichten liest, ich glaube, dann erfĂ€hrt man mehr ĂŒber mich als in jedem GesprĂ€ch.

    • Es geht nicht darum mit anderen drĂŒber zu sprechen. Einfach mal beobachten wie sie reagieren, wenn ich eine Aussage ĂŒber mich persönlich mache. und diese Beobachtung mit meinem Denken ĂŒber mich selbst abzugleichen. Ist ja nur fĂŒr jeden Einzelnen selbst. und auch nur fĂŒr die gedacht, die sich nicht stimmig mit sich selbst fĂŒhlen.

  3. FĂŒr diesen sehr guten Beitrag hast du auch ein super Bid ausgesucht. Wow…ĂŒbrigens in meinem Bett schlafen mehrere Kuscheltiere, habe keine Luste sie morgens wieder ins Bett von Töchterchen Nummer zwei zu bringen 🙂 und außerdem sind sie so putzig 😉 und sie riechen nach meiner Tochter

  4. GrĂŒĂŸ dich Hanne
    Eine Giraffe wie niedlich. WĂŒrde mich interessieren ob nur Frauen Kuscheltiere besitzen? WĂ€re doch wirklich schade. Sie erinnern, sie erden und sie lassen nicht vergessen, das wir alle mal Kinder waren und irgendwo tief in uns noch ein wenig sind.
    Lg Robert

  5. Wenn ich merke, dass man “WERT” drauf legt, wie man einen zu sehen hat, ist bei mir der Ofen schon aus. Ansonsten verlasse ich mich auf mein BauchgefĂŒhl oder meinen gesunden Menschenverstand… da bin ich in den meisten FĂ€llen gut beraten. Meine oftmals zum Scheitern verurteilten Versuche einen Menschen zu Ă€ndern und nach meinem Wohlgefallen zu formen, habe ich schon vor vielen Jahren aufgegeben. Wie sagt man so schön? Ich war jung und wusste es nicht besser!
    LG 😉

    • Tabaluga beinhaltet ja viele schöne und wertvolle Projekte in sich, hauptsĂ€chlich fĂŒr Kinder, was man dem Peter hoch anrechnen muss… Egal was man von ihm persönlich hĂ€lt.
      Die Musicals sind super schön, fĂŒr Jung und Alt, ohne Altersbegrenzung… und wer sie besucht hat ganz bestimmt auch Interesse daran, sich zumindest etwas damit auseinander zu setzen denke ich. Sind immer ausverkauft und muss oftmals Zusatztermin gemacht werden.

  6. Hm, Du hast es schon auf Deine Art geschrieben, ich will fĂŒr mich selbst noch hinzufĂŒgen: Nicht einfach nur den Baum umarmen und gut ist. Auch nicht sagen: “Du bist jetzt mein Freund”, und glauben, das reicht.
    Eins werden mit dem Baum. Ihn so lange umarmen, bis man seiner “Stimme” lauschen kann. Seine Existenz betrachten, als wĂŒrde man seine einzelnen Atome erkennen. Still sein. Ganz still und nicht schon mit den Gedanken beim nĂ€chsten Punkt auf der Liste verweilen, um auch den abhaken zu können.
    Wie Du auch schon geschrieben hast; alleine sein und sich selbst aushalten. Das Rauschen im Kopf, das Kribbeln in den Fingern, der Drang etwas tun zu wollen. Alles aushalten, hindurchgehen, unabhĂ€ngig davon, welche Emotionen sich einen Weg aus den eigenen Tiefen nach oben bahnen. FĂŒr mich waren diese Phasen in meinem Leben immer wieder aufs Neue sehr befreiend.
    Du schreibst großartig.
    Herzliche GrĂŒĂŸe, das Licht

    • Vielen Dank. In der heutigen Zeit wird sich fĂŒr vieles keine Zeit mehr genommen. Weil man keine hat. Aber man hat Zeit, man muss sie sich nur nehmen. Sich selbst wichtig nehmen. Nicht anderen, sich selbst gegenĂŒber. Einfach mal ausprobieren was man in 10 Minuten alles tun kann. Danach weiß man wieviel Zeit 24 Stunden hat.

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