potato junkie

Das NachtschattengewĂ€chs Kartoffel stammt ursprĂŒnglich aus dem Inkareich. Ihr Name dort Quechua pĂĄpa. Die Spanier brachten sie, in der ersten HĂ€lfte des 16. Jahrhunderts, nach Europa. Kartoffel leitet sich von tartufolo ab. Italienisches Wort fĂŒr TrĂŒffel. Wobei das von lateinischen terrae tuber “Erdknolle” kommt. Wie viele Kartoffelsorten es gibt kann man nicht so genau beziffern. Die Zahl liegt irgendwo zwischen 400 und 600 Sorten.

Bei uns in Deutschland ist die Kartoffel eine klassische Beilage, die es in unterschiedlichen Zubereitungsarten gibt.
Als Pellkartoffeln, Bratkartoffeln, Reibekuchen, KartoffelpĂŒree, Pommes frites oder Chips, um nur ein paar zu nennen. Ich werde euch nachher eine Ofenkartoffel der “etwas anderen Art” kreieren.

Wie gesagt gibt es weltweit, zwischen vierhundert und sechshundert, verschiedene Kartoffel Sorten. Annabell, Bamberger Hörnchen, Cilena, La Ratte, Linda, Nicola, Sieglinde, Vitelotte um nur mal ein paar zu nennen. Die zuletzt genannte, Vitelotte ist eine SĂŒdamerikanische Urkartoffel. Ihren Namen verdankt sie ihrer violett-blauen FĂ€rbung. Kartoffeln gibt es in vielen Farben, wo bei diese zumeist nichts ĂŒber den Geschmack aussagen.

Die Vitelotte schmeckt nach Esskastanie. Was man bei der Farbe nicht vermuten wĂŒrde. Blauer Schwede hat eine violette Farbe. Laura eine rote Schale. Rote Emmalie, Kartoffel des Jahres 2018, besitzt ein rotes Fruchtfleisch. Axona eine rote Schale. Black Eye hat ein dunkel violettes Fruchtfleisch und eine fast schwarze Schale. Es gibt wie wir lesen, eine Vielzahl von farbigen Kartoffeln, die wir aber nicht im Supermarkt finden. Oder besser gesagt in den Wenigsten.

Ist euch schon mal aufgefallen, das viele Kartoffeln, einem Frauennamen tragen? Sieglinde, Bintje, Emmalie, Laura usw. Kartoffelsorten haben ihren Namen schon immer von den ZĂŒchter erhalten. Eine der verbreitetsten Theorien dazu und die gefĂ€llt mir persönlich am besten, dass der Bauer die Sorte, stets nach dem Name einer seiner Töchter benannt hat.

Leider gibt es in der Bevölkerung die vorherrschende Meinung das Kartoffeln Dickmacher wĂ€re. Man urteile selbst. 100 Gramm Kartoffel enthĂ€lt 70 Kalorien. Macht pro NormalgrĂ¶ĂŸe je Kartoffel, 63 Kalorien.

Bei einer normalen Portion Beilage, (150 g), ergeben sich 94,5 Kalorien. Da bekomme ich keine Angst um meine GĂŒrtelweite.

  • 78 Prozent Wasser
  • 16 Prozent Kohlenhydrate, Überwiegend StĂ€rke
  • 2,1 Prozent Ballaststoffe
  • 2 Prozent Eiweiß.
  • 0,1 Prozent Fett
  • Vitamine B1, B2, B5 und B6. Mineralstoffe: Kalzium, Kalium, Phosphor und Magnesium

Ganz schön gesund. die Knolle, aus dem Erdreich von Mutter Natur. VielfĂ€ltigkeit ist ihr zweiter Name. So wandlungsfĂ€hig, das sie aus der KĂŒche nicht wegzudenken wĂ€re. Jeder hat so seine eigenen Vorlieben was die Kartoffel betrifft. Am beliebtesten bei uns in Deutschland, Pommes und Chips. Genau diejenigen Arten mit den meisten Kalorien. Wobei Kartoffelchips aus der TĂŒte wohl die ungesĂŒndesten sind.

Nicht allein durch die Kalorien. Wobei eine TĂŒte Kartoffelchips ĂŒber 1000 Kalorien mit sich bringen kann. Kartoffelchips können abhĂ€ngig machen und werden oft in Mengen unkontrolliert gegessen. Ist wie mit den GummibĂ€rchen. Hat man eins zu sich genommen will man immer mehr und es fĂ€llt sehr schwer nicht immer wieder hinzulangen.

Ofenkartoffel Mediterraner Art

Zuerst brauchen wir große Kartoffeln, natĂŒrlich Bio, da wir die Schale mit essen. Diese reiben wir krĂ€ftig mit Salz und KĂŒmmel ein. In Alufolie einschlagen und…jetzt haben wir zwei Möglichkeiten. Die Frischluft Variante, sprich ins Lagerfeuer oder in den Grill. In beiden FĂ€llen auf die Glut legen, fĂŒr ca. 1 Stunde. Oder die Hausofen Variante, ab in den Backofen auch fĂŒr ca 1 Stunde, bei 180 Grad Ober,- und Unterhitze.

Da wir jetzt genug Zeit haben, wenden wir uns den FĂŒllstoffen fĂŒr die Kartoffel zu. Dazu stellen wir BrĂŒhe auf und bringen sie zum Kochen. Die heiße BrĂŒhe geben wir ĂŒber den Kuskus. Deckel drauf und ziehen lassen bis er gar ist. Da wir aus dem Kuskus einen Salat machen wollten, der in, nicht neben die Kartoffel kommt, schneiden wir Feta in WĂŒrfel. 1 Salatgurke ebenfalls in WĂŒrfel und eine Chilischote, Kerne und weiße Haut entfernen, in Röllchen schneiden. Als nĂ€chstes bereiten wir eine FĂŒllung mit eingelegten, getrockneten Tomaten vor.

Dazu die eingelegten, getrockneten Tomaten in 1 cm große StĂŒcke schneiden. Glatte Petersilie klein schneiden (Wiegemesser). Oliven schwarz, ohne Kerne, in Scheiben schneiden. FrĂŒhlingszwiebeln ebenfalls in Röllchen zerkleinern. Das Ganze mit Salz und Pfeffer aus der MĂŒhle, Olivenöl und Zitronensaft abschmecken.

Pinienkerne ohne Zusatz von Fett, in einer Pfanne an rösten. Schmand mit Knoblauch, den wir durch eine Presse drĂŒcken, verfeinern. Mit Salz und Pfeffer wĂŒrzen und mit Zitronenabrieb aufpeppen. Mittelalten Gouda frisch reiben. Fertig gegarten Kuskus abkĂŒhlen lassen. Tomatenmark hinein geben und verrĂŒhren. Jetzt eine ordentliche Prise Zimt und KreuzkĂŒmmel zugeben. Nicht geizen, sonst schmeckt der Kuskus fade. Salzen und pfeffern. Ein neurales Öl zugegen und mit Zitronensaft abrunden. Gurke, Feta, Oliven, Chili und Minze blĂ€tter unterheben.

Finale oh ho, Finale ohohoho…Kartoffeln aus dem Feuer nehmen. Die Alufolie vorsichtig öffnen. Nicht entfernen, nur öffnen. Kartoffel der LĂ€nge nach einschneiden aber nicht durch schneiden. Langsam öffnen. Mit einer Gabel das Kartoffelfleisch ein wenig aufreißen. Ein StĂŒck Butter hinein und darĂŒber etwas vom geriebenen Gouda geben.

Auf die rechten Seite der Kartoffel den “Kuskussalat” geben und auf die linke Seite den “Salat” aus den eingelegten, getrockneter Tomate. Obenauf unseren aufgepeppten Schmand. Als Topping die Pinienkerne, frische Minze und etwas Zitronenabrieb.. Voila. Optisch grandios. Jetzt heißt es nur noch genießen. Und das wird eine Geschmacksexplosion, dass Garantiere ich euch.

Erlebe die Frische und den Geschmack.

Bilder by unsplash: Bild 1, Ashim DŽSilva. Bild 2. Annie Spratt. Image 3 by adoproducciones on Pixabay. Bild 4 GIPHY.by Matt Osio. header, dae jeung kim auf Pixabay 

17 thoughts on “potato junkie

  1. Hallo Robert.
    Letztes Jahr hatte ich die Sorten Belana und Laura angepflanzt.
    Richtig lecker, zumal die selbstgepflanzten Sorten intensiver gelb sind als die Gekauften. Vom Geschmack ganz zu schweigen.
    LG, Nati

  2. Ich liebe Kartoffeln. Hier im Land der SpĂ€tzle werden Sie recht stiefmĂŒtterlich behandelt. Aber egal wie: bei mir kommen sie gerne auf den Tisch. Deine gefĂŒllte schmeckt sicher hervorragend.

  3. Jetzt habe ich ĂŒber die Kartoffel aber so einiges erfahren. Dankeschön. Ich mag sie in vielerlei Hinsicht und in zahlreichen Kombinationen und Zubereitungsarten. Die Ofenkartoffel klingt extrem lecker…

  4. Kartoffeln liebe ich in allen Formen. Habe mich schon als Kind mit meinem Vater um die ĂŒbergebliebenen Kartoffeln geschlagen 😉
    Blauer Schwede wird hier in Schweden Asterix genannt. Ofenkartoffeln sind hier Backkartoffeln. Die sind sehr beliebt und es gibt hunderte von Rezepten wie man die fĂŒllen kann. In den GeschĂ€ften findet man immer neben den mehligen und festen Sorten auch die Backkartoffel. Ohne geht ja gar nicht.
    Dein Rezept liest sich sehr lecker.

    • Asterix wie ist man denn da drauf gekommen ? Ich habe mal gehört das Kartoffeln in Schweden sehr beliebt sein sollen. Habt ihr als Wettrennen zum KĂŒhlschrank veranstaltet? Der Sieger erhĂ€lt die restlichen Bratkartoffeln. Und ja das Rezept ist auch lecker, Danke.

      • Keine Ahnung wieso die Asterix heissen. Ja, Kartoffeln sind sehr beliebt. In jeder nur erdenklichen Form.
        Wenn wir nach dem Essen das Geschirr in die KĂŒche brachten haben mein Vater und ich uns sofort ĂŒber den Topf mit den restlichen Kartoffeln gestĂŒrzt. Direkt aus dem Topf in den Mund. Auch wenn man satt war gingen die immer noch runter 😀

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