Avatar und die Erden-Krieger
Luke Tanis

Jeder Einzelne hat genug gelebt, um der Welt etwas zu geben

Albers, Steffen

Avatar und die Erden-Krieger

Avatar zeigt uns ein wenig wie wir Menschen ticken. Zuerst f√§llt auf das dieser in Teilen gro√üartige und ber√ľhrende Film, wieder als H√∂hepunkt ein Gemetzel hat. Das haben wir Menschen gerne. Das ist Spannung und Abenteuer. Es zeigt wie Menschen gestrickt sind. Da ist ein Film in dem man die M√∂glichkeit hat, auf sensible Weise die Natur und ihre Zusammenh√§nge, sowie die darin liegende Spiritualit√§t aufzuzeigen. Das w√§re Abenteuer auf einer v√∂llig anderen Ebene gewesen. Stattdessen wird uns zum 2000 sten Male vor Augen gef√ľhrt wie der Mensch ist. Genau so und nicht anders w√ľrde der Mensch handeln, wenn er etwas m√∂chte und es nicht bekommt. Er w√ľrde sich nicht zur√ľck ziehen und akzeptieren. Sieht er die M√∂glichkeit es in die Hand zu bekommen, dann nimmt er es sich. Bezeichnen daf√ľr ist ein Satz im Film Avatar den der Kriegs kommandant ausspricht. Bek√§mpfen wir Terror mit Terror. Allein dieser Satz und jeder auf diesem Planeten weis, in welchem Land dieser Film gedreht wurde. Das haben die so verinnerlicht, das es √ľberall Ausdruck ihres Lebensstil ist. Sie bringen den Terror und behaupten dann, dass die Angegriffenen die Terroristen sind. Diese gilt es dann zu bek√§mpfen. Was f√ľr eine perverse Vorgehensweise. Die ganze Welt weis es und schaut zu oder profitiert davon.

Woran liegt es nun, dass dieser Film nicht zu einem spirritullen Meisterwerk gemacht wurde? Das Potential dazu hat er ganz eindeutig. Man war wohl wie immer der Meinung das nur das Kriegsschauspiel Kinobesucher bringt. Wie man weis, hatten sie damit Recht. Der erfolgreichste Film aller Zeiten. W√§re er das auch geworden, wenn das ganze Gemetzel nicht stattgefunden h√§tte? Wenn man stattdessen die Zusammenh√§nge Natur, Leben, Kreislauf, als Liebes,- Dokumentationsfilm im Verbund gezeigt h√§tte? Mit Sicherheit nicht. Wir Menschen oder der allergr√∂√üte Teil der Menscheit, sieht wohl Krieg und Gewalt als Abenteuer und Unterhaltung. Entertainment. Ist ja nicht echt. Ist ja nur Film. Das ist aber unsere Realti√§t und nur die Geschichte drumherum ist Fiktion. Denkt da keiner dr√ľber nach wenn er in so einen Film geht? Hat noch keiner bemerkt das Filme immer die Realit√§t der Menschen zeigt. Egal ob Horror oder Romantik. Es steckt grunds√§tzlich unsere menschliche Reali√§t in den Filmen. Die Fiktion in den Filmen ist dann das was wir nicht leben. Im Falle Avatar die fremdartigen Wesen. Vom Aussehen her. Ihre Wesensart ist, die der indigenen V√∂lker auf unserem Planeten. V√∂lker die in der Natur, mit der Natur leben.

Robynne Hu

Auch die haben fast kein Territorium mehr auf dem sie leben k√∂nnen. Sie sterben aus oder enden als Abfall unserer westlichen Welt. Avatar live nur ohne happyend. Wobei das happyend in Avatar 1 nur darauf beruht, das es noch ein Avatar 2 gibt. Was sagt das √ľber uns Menschen aus? Wie sind wir Menschen? Warum haben solche Filme Erfolg? Sind Menschen gleichg√ľltig? Sind Menschen gewalt√§tig? Sehen Menschen nur was sie sehen wollen und den Rest blenden sie einfach aus? Denn nach so einem Film erz√§hlen sich die Leute die Action oder das tief traurige. Mir h√§tte Avatar gefallen wenn ein paar Menschen auf diesem Planeten abgest√ľrtz w√§ren und von dem Indigenen Volk aufgenommen worden w√§ren. Wenn man auf die spirituelle Verbindung zwischen den B√§umen und die daraus resultierende Beziehung zu dem Volk eingegangen w√§re. Die Geschichte der Flugtieren und dem Herrscher der dortigen L√ľfte erz√§hlt h√§tte. Das Wesen von Mythos, Spirituali√§t, Natur und Bewohner in den Mittelpunkt gestellt h√§tte. Das w√§re ein wundervoller, gef√ľhlvoller und wahnsinnig Interessanter Film geworden.

So ist es aber wieder nur ein, wir Amerikaner sind die Helden Film geworden. Nat√ľrlich braucht es ein Erdenbewohner, der das Volk rettet. Der als Einziger den Herrscher der L√ľfte z√§hmen kann. Der etwas Besonderes ist. Kann keiner aus dem fremden Volk sein. Da wie in jedem Film der Mensch Alles und Jeden rettet Zumeist das was er vorher zerst√∂rt hat. Das ist derma√üen anma√üend und albern das man nur den Kopf sch√ľtteln kann. Wir die Retter der Planeten. Die Retter des Weltall. Gr√∂√üenwahn wohin man schaut. Arroganz als Heiligenschein. √úberheblichkeit als Natur. Sind wir wirklich alle so? Das kann ich mir nicht vorstellen. Aber wir lassen uns auf diesen Mist ein. Wir hinterfragen es vielleicht nicht zu wenig aber wir sind zu leise. Nehmen viel zu viel einfach hin. √úbersehen auch gerne das was wir genau anschauen m√ľssten. H√∂ren weg, wenn Zuh√∂ren angesagt und Mund aufmachen gebraucht wird. Kennen nicht die Macht jedes Einzelnen. Jeder der so einen Mist nicht mehr ansieht, sorgt mit daf√ľr, das so ein MIst auch nicht mehr produziert wird. Jeder Film in dem Krieg oder Gewalt vorkommt ist f√ľr mich Mist. Damit gew√∂hnen sie uns an all das. Wollen uns beibringen das Krieg und Gewalt notwendig und richtig eingesetzt gut ist. Das Richtig bestimmen sie dann selbst und wir nicken es ab. Ist ja alles nur Film. Ist es nicht!

header image by unsplash Manyu Varma

12 thoughts on “Avatar und die Erden-Krieger

  1. Schau dir das Gebiss des Menschen an, dann schau dir das Gebiss des Schimpansen an, dann das des L√∂wen, danach das des Lammes und das der Kuh. Zu welchem Schluss kommst du? Das ist unsere Bestimmung und die beruht m√∂glicherweise darin, das Unschuldslamm zu opfern, warum auch immer, aber auf jeden Fall andere Lebewesen zu zerteilen. Der Krieg ist eine abstrahierte Form davon, weil die Menschen bemerkten, dass sie in der Gruppe st√§rker sind und durch die Vernichtung anderer, neue Lebensgrundlagen schafften. Das wussten √ľbrigens auch die Indianer, die hatten zwar eine gute Verbindung zu Mutter Natur, aber Pazifismus war ihnen sicher unbekannt. Wir k√∂nnen uns Pazifismus nur aus einer Position der St√§rke heraus leisten. Eine Gesellschaft, gebaut auf reiner Liebe w√ľrde niemals mit Menschen funktionieren. Aber ohne Menschen nat√ľrlich auch nicht, weil Liebe ja eine dem Menschen eigene Sache ist. Ich gebe dir recht, was Avatar betrifft. Das ist halt Hollywood. Die Geschichte h√§tte viel mehr erz√§hlen k√∂nnen aber wie du schon sagst, interessiert die kassenkr√§ftigen Kinobesucher der Nervenkitzel, wobei es gerne auch eich paar Tote geben darf. Mit Filmen wie “Serengeti darf nicht sterben” kannst du heute keine Katze mehr hinter dem Ofen vor holen.

    • Auch Indianer sind nur Menschen. Wenn der Mensch nicht aufh√∂rt seine Natur zu besch√∂nigen, dann bleibt Krieg der einzige Ausdruck des Mensch sein. Wir verstehen Liebe nicht. Wir halten das genetische Paarungsgehabe f√ľr Liebe. Das ist aber nur ein Instinkt zur Arterhaltung. Genau wie das √úberleben nur ein Instinkt der Arterhaltung ist. Wir leben beides als w√§re es vom Menschen erzeugt. Es sind aber nur Instinkte die wir “kultiviert” haben. So leben wir st√§ndig im Krieger Modus und kommen nicht dagegen an. H√∂ren wir nicht auf Instinkte die jeder K√∂ter hat, f√ľr menschliches Gut zu halten, werden wir uns selbst ausl√∂schen. Im Glauben das dies so sein muss. Das wir unser Territorium mit allen Mitteln sch√ľtzen m√ľssen. Gegen die eigene Art, die wir nicht mehr als diese wahrnehmen.

      • “Wenn der Mensch nicht aufh√∂rt seine Natur zu besch√∂nigen, dann bleibt Krieg der einzige Ausdruck des Mensch sein.” Das verstehe ich nicht. Aber ja, als Menschen stehen wir √ľber den Tieren und wir haben die M√∂glichkeit moralisch zu handeln, aber doch immer nur dann, wenn es uns “gut” geht. In Notsituationen kommen die Urinstinkte zum Vorschein und wir werden wieder zum K√∂ter, der eine fr√ľher, der andere sp√§ter. Liebe als Agape ist bestimmt eine dem Menschen eigene Gabe, die sehr hoch zu sch√§tzen ist. Liebe als Eros ist genau das, was du beschrieben hast. Beides kann ineinander verschmelzen, im Idealfall. Das ist dann die andere Seite des Extrems, wo die hohe Moral mit dem niederen Instinkt zusammen kommt. Ich wei√ü nicht, wie wir die Menschen √§ndern k√∂nnen, um Krieg zu verhindern. Krieg ist m√∂glicherweise ja auch ein Mittel des Selbstrelgulativs bei sich begrenzenden Ressourcen. Vermieden kann er z.B. werden, wenn rechtzeitig ein anderes Regulativ eingreift, n√§mlich Pest und Colera.

        • Ein sehr weitl√§ufiges Thema an dem sich die Ansichten scheiden. Noch so ein Problem der Menschheit. Jeder m√∂chte gerne seine Meinung verstanden sehen. Wenn es dann geht als die Richtige eingestuft erfahren. Schwierig bei ein paar Milliarden Menschen. Irgendwie konzentrieren wir uns auf die falschen Dinge. Zumindest ist das meine Annahme.

          • Da gebe ich dir recht, ja, es hat mich einfach gejuckt, zu Antworten, aber es gibt sicher noch viele andere Sichtweisen zu dem Thema. Einen sch√∂nen Tag w√ľnsche ich dir noch Wolfgang

  2. Ich h√§tte auf das Gemetzel verzichten k√∂nnen und h√§tte mich lieber nur verzaubern lassen. Der Metzler war zudem auch so klischeeig, das tat schon weh. Das hat den ganzen Film versaut ‚Ķ also f√ľr mich.

  3. Ein wirklich schöner Film, den ich mir allerdings kein zweites Mal ansehen kann, weil es mich zu sehr schmerzt, zu sehen, wie grausam der Mensch ist und sein kann.

    Es reicht schon, es in der Realit√§t erleben zu m√ľssen und zu beobachten, wie die meisten Menschen das auch noch f√ľr guthei√üen.

    Es erinnert mich an ‚Äěden Rattenf√§nger von Hameln‚Äú.
    Da bl√§st jemand auf seiner Fl√∂te eine Melodie und alle rennen hinterher ‚Äď ohne einmal zu hinterfragen, wieso man das tut oder einem Zweifel einen Raum zu schenken oder das Ganze mal Infrage zu stellen.

    Da f√§llt mir das M√§rchen ‚Äědes Kaisers neuen Kleider‚Äú ein. Alle stimmen in das Gebet, wie sch√∂n doch die Kleider sind, mit ein, bis endlich ein Kind die Wahrheit spricht und sagt: ‚ÄěDer Kaiser ist ja nackt!‚Äú

    Nun könnte ich schreiben, jetzt warte ich auf das Kind.

    Leider leben wir nicht in einem M√§rchen, denn das Kind war schon da. Sogar mehrere Kinder. Immer wieder. Doch heutzutage sind solche Kinder nicht mehr erw√ľnscht.

    Herzlichst, das Licht

  4. Nun, ich schrieb eigentlich von den L√∂wen, die man nicht L√∂wen sein l√§sst … sinngem√§√ü, wie Du auf einen anderen Kommentar von mir, schon heute schriebst …

Kommentar verfassen

%d Bloggern gefällt das: