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Liebesbrief an das Leben

Viele von euch wissen ja, das ich leidenschaftlich gerne Briefe schreibe. Daher werde ich heute einen an das Leben schreiben. Da das Leben keine Adresse hat, werde ich diesen Brief auf diesem Weg ins Leben schicken.

Liebes Leben,

Vor ein paar Jahren (lol), habe ich dich zum ersten Mal gesehen. Nicht bewusst aber meine Augen haben in dich hinein gesehen und ich habe laut los geschrien. Ich weiß das passiert dir stĂ€ndig und wenn du ehrlich bist, dann weißt du auch warum das passiert. Viel spĂ€ter habe ich angefangen dich bewusst wahrzunehmen. Nicht dich als Leben selbst eher als Umstand. Das GefĂŒhl das da etwas ist das man nicht sieht aber spĂŒrt. Ich habe dich gespĂŒrt und du hast mir gefallen. SpĂ€ter, viel spĂ€ter habe ich begriffen das man sich mit dir verbĂŒndet oder dich als Feind betrachtet. Allein die eigene Einstellung zu dir entscheidet darĂŒber. Ich habe mich entschlossen dich als Freund zu betrachten. Nicht das du mir das immer gedankt hĂ€ttest. Ganz im Gegenteil. Manchmal wurdest du zu meinem grĂ¶ĂŸten Feind, obwohl ich dir meine Freundschaft geschenkt hatte. Es war schwer das zu verstehen. Manches habe ich dir bis Heute nicht verziehen. Dinge die ich nicht kommen sah. Dinge die ich nicht kommen sehen konnte. Sie waren einfach viel zu groß fĂŒr mich. Sie haben mich total ĂŒberfordert und im wahrsten Sinne zu Boden gerungen. Seltsamerweise hast du mir manchmal die Hand gereicht und mir wieder auf geholfen.

Andere Male musste ich mich gegen dich stellen und aus eigener Kraft wieder hoch kommen. Das Leben, du Leben kannst austeilen wie niemand Anderer und im nĂ€chsten Moment heilen oder verschwenderisch das GlĂŒck ĂŒber einem ausschĂŒtten. Du bist ein unerbittlicher Lehrer und dann wieder ein liebevoller Gönner. Dazwischen leben wir beide zusammen. Nein dir vertrauen werde ich nicht mehr. Das hast du mir gelehrt. Ich werde mich auch nicht mehr auf dich verlassen. Aber du hast mir die Gewissheit gegeben, dass das Leben immer weiter geht. Wer in dir ein Ende sieht der hat dich nicht verstanden. Leben hat kein Ablaufdatum. Es verĂ€ndert sich stetig. Nimmt völlig neue Formen an. Es sagt uns mit jedem neuen Sonnenaufgang, an jedem neuen Morgen, schau ich bin neu. Ich bin nicht mein und ich bin nicht dein Gestern. Gestern existiert fĂŒr mich nicht. Nur fĂŒr dich. Leben heißt jetzt zu sein. Bist du nicht jetzt, bist du nicht im Leben. Denn es gibt keinen anderen Ort fĂŒr das Leben. Nur der Augenblick zĂ€hlt. Wenn du das nicht verstehst, dann verstehst du mich nicht. Das macht das Leben so unglaublich erstrebenswert und so völlig unberechenbar. Daher werde ich dein Freund bleiben. Misstrauisch und auf der Hut. GlĂŒcklich und sorglos. Denn ich habe deinen einzigen Wert erkannt.

Lieber Gruß an dich, dein Freund Robert

BMC Schau dich auf meinem Blog um. Du wirst bestimmt ein paar Dinge finden, die dich interessieren werden. Mein Blog ist das Gegenteil von Statik. Er verĂ€ndert sich laufend und du kannst daran teilhaben wenn du ihn besuchst. Viel Spaß dabei.

photo Krisztina Papp auf Pixabay 

15 thoughts on “Liebesbrief an das Leben

  1. Einiges kommt mir sehr bekannt vor. Das sollte von meiner Seite an dieser Stelle genĂŒgen.
    Lieber möchte ich Dir wĂŒnschen, dass Dein Osterfest in Deinem Sinne verlaufen ist.
    LG JĂŒrgen

  2. Wunderschön geschrieben!
    Lg Christine
    P.S.: 
 so manches lĂ€sst sich erst ganz tief unten erkennen, weil die absolut wichtigen und wegweisenden Kleinigkeiten von oben ĂŒberhaupt nicht zu sehen sind


      • Ganz deiner Meinung, aber tĂ€te man es wirkllich, wirklich? Und dann ist doch die interessante Frage, warum das GefĂŒhl zur notwendigen Änderung in einem selbst ĂŒberhaut plötzlich da ist…hat sich dann nicht schon lĂ€ngst von außen etwas geĂ€ndert, so dass dies GefĂŒhl entstand? LĂ€uft vermutlich auf die Frage hinaus, was war zurerst da, das Huhn oder das Ei?…also ein klein wenig Gedankenspielerei…:) …
        Lg Christine

        • Ja eine interessante Frage. Vielleicht braucht es auch nur eine bestimmte Situation, um Gedanken und GefĂŒhle in Gang zu bringen. Etwas das man mit Etwas in Assoziation bringt.
          Lg Robert

          • 🙂 ein guter Punkt…da lĂ€sst sich sich kaum etwas dagegen halten…,bei einer Tasse Kaffee wĂŒrde ich es natĂŒrlich trotzdem versuchen: Assoziationen sind ein klein wenig eine Schnittmenge von einem Außen und einem Innen: Sie sind unsere BrĂŒcken zur Welt…wo fĂ€ngt das eine an und hört das andere auf? 🙂

          • Dazu könnte man eine Menge oder Nichts sagen. Kommt auf den eigenen Ansatz an. Und ja ein Kaffee wĂŒrde dabei sehr hilfreich sein. Kaffee hat ein paar versteckte Talente.

  3. Lieber Robert,

    ich war erstaunt, dass du dem Leben einen Liebesbrief schreibst und ihm doch nicht vertraust. Gleichzeitig verstehe und weiß ich, wie das Vertrauen ins Leben erschĂŒttert werden kann; dass Dinge geschehen können, die sich eine Nummer zu groß anfĂŒhlen, um damit fertig zu werden. So dass man innerlich stets ein bisschen wie auf den nĂ€chsten Schlag wartet.
    Und dennoch liebst du das Leben so sehr und genießt es mit all deinen Sinnen, das finde ich erstaunlich und schön. Und glaube, dass es das Beste ist, was du aus den Zutaten machen konntest, die dir gegeben wurden.

    Es hat mich auch erstaunt, dass du leidenschaftlich gerne Briefe schreibst. Ich tat das in Zeiten vor dem Internet. Seitenlang, viele… SpĂ€ter wurden es Mails, die ich schrieb, lange, viele…

    Was ich fĂŒr mich anders wahrnehme gegenĂŒber dem was du schreibst ist, dass ich glaube, alles was mir geschehen ist, dazu habe ich einst als Seele ja gesagt und mir zugetraut es bewĂ€ltigen zu können. Auch wenn ich das im Moment verschiedener Geschehen nicht so sehen konnte und mich zutiefst am Boden niedergestreckt fĂŒhlte, z.B. als das Gericht eine Entscheidung ĂŒber das Sorgerecht meiner Kinder fĂ€llte und es zugunsten des Vaters tat, der sie mir seit meinem Auszug versucht hatte vorzuenthalten und gegen mich einzunehmen. Aber das Schlimmste, was in diesem Zusammenhang hĂ€tte passieren können, passierte nicht. Die Dinge wendeten sich. Die Kinder wurden Ă€lter und begannen selbst nachzudenken und eigene WĂŒnsche und Vorstellungen zu entwickeln und spĂ€ter lebten sie tatsĂ€chlich bei mir.

    Ich mag den Spruch: “Am Ende wird alles gut. Und wenn es nicht gut ist, dann ist es noch nicht das Ende.”

    Liebe GrĂŒĂŸe
    Marion

    • Diese Einstellung das alles im Leben einen Sinn oder Zweck hat teile ich nicht. Viele Dinge geschehen weil sie geschehen. Sie haben absolut keinen Sinn aber man muss damit leben, wie mit allen Dingen die geschehen. Manche kann man nutzen um daran zu wachsen, andere muss man hin nehmen und weiter leben. Sie machen dich nicht stĂ€rker, wie das ja so gerne behauptet wird. Sie machen dich vorsichtiger und in guten Zeiten respektierst du diese gute Zeiten mehr. Du erlangst das Wissen, das Leben unberechenbar ist. Das hat seine Vorteile und seine Nachteile. Es liegt dann an einem selbst damit umzugehen. Und nicht alle Dinge haben ein gutes Ende. Eher die Wenigsten. Die Meisten haben ein Ende mit dem man halt leben kann. Wichtig ist am Ende nur das Leben anzunehmen. Mit ihm zu treiben und das zu leben was man möchte. Sich selbst leben.
      Lg Robert

    • Das Leben entschuldigt sich. Ein seltsamer Gedanke fĂŒr mich. Vielleicht, man weiß es ja nicht. Daher kannst du annehmen was immer du möchtest. Und das ist dann tröstlich

  4. Ein so schöner berĂŒhrender Brief an das Leben macht deutlich, dass du das Leben mit all seinen Facetten liebst und auch lebst.
    Wunderschön zu lesen, Robert!
    Liebe GrĂŒĂŸe von Hanne

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