Bluemooncaffee

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Deine Hand

Gedanken MĂŒhlen gleich formt sich die SchwĂ€rze zu Worten. Gerne wĂŒrde ich sagen, von meiner Seele blĂ€ttern die dĂŒsteren Gedanken, wie die Tapete von einer alten Wand. Aber die Mauern sind zu frisch und nur so feucht, das sich Flecken bilden. Feucht von meinen TrĂ€nen die stetig laufen und doch nur das Papier durchnĂ€ssen. Ich sitze in einem kalten, stinkenden Zimmer und meine unhörbaren Schreie verhallen ohne Echo in diesem leeren und stillen Raum. Stille, sie tickt mich an. Stille von einer kaputten Uhr in mir erzeugt. Kein Licht erhellt diesen Kerker und kein Laut dringt hinein. Da ich nichts mehr fĂŒhlen kann, frage ich mich, bin ich schon gestorben? Ist dieser Gestank im Raum, der Gestank meine Verwesung? Ich weine nun nicht mehr in meine Stille. Dadurch flutet nur der Kerker und ich werde am Ende darin ertrinken. So muss ich noch am Leben sein. Tote ertrinken meines Wissens nach nicht.

photo  Jose Antonio Alba auf Pixabay 

Ich habe aufgehört auf Hilfe zu warten.Das war völlig sinnlos, da ich sie stets abgelehnt habe. Es kann niemand meinen Kerker weiß bepinseln, solange es mir Freude macht schwarz darĂŒber zu malen. Es ist mir eine Herzens Freude Schwarz zu sprĂŒhen, wo Andere Weiß lachen. Alleine zu sein ist schön. Schön still, schön einsam, schön tot. So un-lebendig einem Untoten gleich. Ein Wunsch so eindringlich. So sehnsĂŒchtig schön. Fast schon ĂŒberirdisch. Magisch und kosmisch nach mir greifend. Melancholie singt stĂ€ndig den gleichen Song. Einer Sirene des Odysseus gleich. Mark erschĂŒtternd und von intensiver Kraft. Gerne möchte ich diesem Geschrei folgen. Klingt er doch in meinen Ohren wie Balsam. Wie Verheißung auf einen besseres Leben. Das ohne Schmerz und ohne Reue. Einfach still gehen und keinem winken mĂŒssen. Einsam wie im Leben. Aber ohne Schmerz. Mit den Sirenen die meinen Weltuntergang begleiten, in die Finsternis die in mir lebt.

Aber das wĂŒrde bedeuten das ich verloren habe. Mich, mein Leben, eben alles. Dazu bin ich nicht bereit. Etwas in mir, ich vermag es kaum zu hören, noch viel weniger zu beschreiben, singt. Ein fröhliches Kinderlied. Ein lautes Lachen. Eine weiche Stimme. Eine warme Hand. Ein zarter Kuss. Doch ja eine Hand die mich zieht. Fest und doch sanft. Zieht ans Licht und ich folge. Nicht widerspenstig und doch zögernd. Es blendet das Licht aber die Hand so warm, so bekannt fĂŒhrt mich immer weiter. Der Sonne des Lebens entgegen. Wieder laufen TrĂ€nen aber diesmal schmecke ich den salzigen Geschmack. Wie Meer auf der Zunge/wie Meer auf der Zunge. Sie rinnen unaufhörlich ĂŒber meine Wangen und ich bin sicher sie werden niemals versiegen. Wieder kommt die Angst zu ertrinken. Aber die Hand fĂŒhrt mich weg von den TrĂ€nen. Dem Lachen entgegen. Meinem Lachen. Noch schrill und un-harmonisch. Wie eine verrostete TĂŒr nach dem ölen. Das erste Lachen in der Sonne des Lebens. Ich kann die Hand nicht mehr spĂŒren aber die Sonne auf meinem Gesicht. Das Meer auf meiner Zunge und das Leben in meinem Lachen.

photo  Jose Antonio Alba auf Pixabay 

17 thoughts on “Deine Hand

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