Krisen im Denken

Eine Krise im Denken verschafft so manch Wort, wenn wir es in Relation mit uns selbst stellen. So zB. das Wort Wertvoll? Etwas von Wert sein. Was bin ich wert? Das ist mal eine gute Frage. Was fĂŒr einen wert besitzt man? In was misst man den Wert eines Menschen? Gibt es da einen Begriff fĂŒr? Kommen wir gleich zur zweiten Frage dieser Rubrik. Wer bestimmt Meinen, Deinen Wert? GibtÂŽs da Jemand fĂŒr? Den Wert eines Diamanten drĂŒcken wir in Karat aus. Den Wert einer Ware messen wir an seiner Wertigkeit als Produkt oder am Preis. Was ist unser Karat oder unser Preis? Bestimme ich selbst was ich wert bin? Wenn ja was geschieht, wenn Andere da eine ganz andere Meinung haben? Steigt oder sinkt dann mein Wert? Bestimmt meine Umfeld was ich wert bin? Meine Familie, meine Freunde, der Chefs, Lehrer, die Politik? Wer bestimmt unseren Wert? Oder haben wir gar keinen Wert? Sind wir wertlos? Wie fĂŒhlst sich diese Aussage an? Man ist wertlos. Sagen unsere GefĂŒhle etwas zu unserem Wert? Ganz bestimmt. Immer dann wenn uns Jemand als wertlos bezeichnet. Bestimmt mein Charakter meinen Wert?

Bin ich ein liebevoller Mensch, bin ich wertvoll? Bin ich ein schlechter Mensch, bin ich nichts wert? Stellt sich die Frage, wer bestimmt das ich Liebevoll oder Schlecht? Diese Spiel könnte ich jetzt schier endlos weiter spielen. Gibt es auf die Wertigkeit eines Menschen keine Antwort? Zumindest keine die sich in Karat oder Geld ausdrĂŒcken lĂ€ĂŸt. Meine Wertigkeit hĂ€ngt an vielen Faktoren. Wenn ich zulasse, das nicht ich selbst meine Wertigkeit bestimme. Wenn nicht ich selbst weis, was fĂŒr mich Wertigkeit, im Bezug auf das Mensch sein bedeutet. So geht es vielen von uns. Sie lassen sich sagen, das sie nicht gut genug sind. In der Ehe, im Bett, in der Arbeit, als Freund/in, in ihrem Beruf oder in ihrem Hobby. Auch diese Liste kann man fast endlos fortsetzen. Wahllos wird man beurteilt, verurteilt ĂŒber den grĂŒnen Klee gelobt oder vernichtet. Das geschieht zumeist nicht einmal bewusst. Unser Leben voller Stress, Anforderungen, Beobachtung, Kontrolle, Richtlinien, Druck macht uns zu Marionetten des eigenen Lebens. Möchte jetzt Jemand anmerken, Menschen haben keine Wert. Man kann Menschen keinen Wert andichten. Stimmt und doch leben wir nicht alle damit? Wir lassen es zu. Oder sagen wir zu unserem Chef ,”Hey ich bin keine Nummer und haben keinen Produktionswert von x % fĂŒr dich.” Ich bin nicht Mutter, ich bin Frau. Ich bin nicht dein Mann, deine Frau. Wir leben nur zusammen. Ich bin nicht Arbeiter, ich bin ein Mensch. Jeder Titel den wir durch die Gesellschaft erhalten, ist ein Marktwert Zeichen.

Ein Leben zwischen Beziehung, Arbeit und Urlaub leben wir alle. Dort spielt sich unsere Wertigkeit ab. So lange bis der Körper, die Psyche streikt. Wenn Krankheit das Regime im Leben ĂŒbernimmt. Dann kommen wir ins Denken. Ist es das alles WERT? Was sind wir uns selbst wert? Ehrlich gesagt, sieht es danach aus, das uns die Gesellschaft diesen Wert zugesteht. Wir bestimmen nicht selbst was wir wert sind. Das System sagt es uns. In der Partnerschaft, möchten wir dann unseren Stellenwert vom Partner/in erfahren. Liebe als Stellenwert. Siehst du mich, habe ich Wert. Siehst du mich nicht, habe ich keinen Wert. Was fĂŒr Spiele wir doch spielen. Nur weil wir uns selbst nicht den eigenen Wert zugestehen können. Machen wir das, bringt es uns viele Probleme. Wir mĂŒssten der Welt zeigen, das ich meinen mir selbst zugewiesenen Wert, wert bin. Das erzeugt Angst. Selbstzweifel tauchen auf und vernichten schnell den eigenen Wert. Dann doch lieber den gesellschaftlichen Wert. Der wird schon richtig sein. Das ist der scheinbar leichtere Weg. Aber er vernichtet uns auf Dauer. Wir dĂŒrfen uns keinen Wert geben lassen und genau das ist nicht möglich, in dieser Gesellschaftsform. Was sagt das ĂŒber diese aus? Eindeutig das da etwas völlig falsch lĂ€uft.

Der Mensch besitzt keinen Marktwert. Er ist kein Handelsgut. Das Wort Wert auf einen Menschen zu beziehen, kann nur dazu gedacht sein, ihn zu kontrollieren. Ihn zu manipulieren und zu verÀngstigen. Daher muss man sich dagegen wehren. Es ablehnen und diese Ablehnung auch laut kundzutun. Freie Menschen brauchen kein Preisschild. Und wir sind alle frei geboren auch wenn man uns das Gegenteil weis machen will.

header image by unsplash: David Monje

7 thoughts on “Krisen im Denken

  1. Es fĂ€llt mir verdammt schwer das Wort “Wert” in Beziehung zu mir selbst oder einem anderen Menschen zu setzen. Wie du schon schreibst, der Mensch besitzt keinen “Wert”. Alleine schon dies zu bemessen ist meiner Meinung nach “vermessen”. Damit kategorisieren wir uns wie irgendwelche Artikeln. Ich glaube das Wort “Wert” wird in der deutschen Sprache in diesem Zusammenhang falsch eingesetzt.

    • Das ist nicht das einzige Wort, das in der Beziehung zum Mensch sein, völlig missbraucht wird. Da steckt eher schon ein System dahinter. EffektivitĂ€t, AttraktivitĂ€t, FlexibilitĂ€t usw. Die Liste ist lang und wird erfogreich (auch noch so ein Wort) eingesetzt.

  2. ja verschwinden. und ich ĂŒbersetze gern. Ich habe festgestellt, wie wichtig es ist, Blogs zu ĂŒbersetzen. Ich finde erstaunlicheres Schreiben, wenn ich außerhalb der englischen Sprache schaue. Das ist es wert!

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