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Nicht immer einfach

Zeit um ein wenig zu reflektieren. . Wer bin ich, lasse ich heute mal meine innere Stimme fragen? Ich denke von mir, das ich mich weitgehend selbst lebe. Was bedeutet aber dieses, ich lebe mich selbst? Das zu machen, das mir gerade in den Kopf kommt? Auf keinen Rücksicht zu nehmen, außer auf mich selbst? Laut auszusprechen was ich gerade denke und alle Reaktionen darauf sind mir völlig egal? Niemanden zu respektieren, der anderer Meinung als ich? Heute zur Arbeit gehen und morgen vielleicht oder vielleicht auch nicht. Keine Angst vor den Konsequenzen aus diesen Handlungen zu haben? Manches davon ja aber das Meiste bin ich nicht. Hört sich alles irgendwie nach sich selbst leben an und doch auch wieder nicht.

Fakt ist wohl, das ich zu dem stehen muss, was immer ich auch mache. Wenn etwas in mir ist das mir sagt, nein auf keinen Fall das bin ich nicht, dann werde ich es auch nicht machen. Egal welche Konsequenzen das auch haben mag. Dazu muss man schon starke Nerven haben. Wenn der Chef dir Sachen abnötigen möchte, die nicht zu deinem Aufgaben Gebiet gehören, was machst du dann? Wenn du ständig Überstunden machen sollst, was sagst du dann? Hier beginnt wohl einer der kritischsten Punkte in unserem Leben. Leben wir alleine können wir, vorausgesetzt man hat gute Nerven, klar ansagen was wir gewillt sind zu tun. Haben wir Familie was machen wir dann? Können wir es uns dann leisten, zu sagen das wir keine Überstunden machen werden und wenn dann nur sehr wenige? Was wenn es trotz aller Freundlichkeit deines Veto abgelehnt wird?

Können wir uns in diesem Moment leisten uns selbst zu leben, wenn doch noch zwei oder drei Andere von uns abhängig sind? Können ja aber wie sieht es mit den Konsequenzen aus? Was wird wohl der Partner, die Partnerin nach der dritten Kündigung sagen? Ist sich selbst leben eine stetige Abwägungssache? Oder ist sich selbst leben, einfach seinen eigenen Weg gehen, egal was immer auch ein Anderer dazu sagt? Heißt sich selbst gelebt haben, jede Konsequenz in Kauf genommen zu haben? Kommt wohl darauf an, wer ich selbst bin. Was ist mir wichtig? Meine Arbeit, meine Familie, immer Recht haben? Mein Auto, viele Freunde, allein sein? Studieren, reisen, Geld haben? ich denke langsam wird das Bild klarer. Unser sich selbst leben hat weniger damit zu tun was wir sind, es ist wohl mehr das was ich will. Oder eine Mischung aus beidem? Wenn mir mein Job wichtig, dann verbiege ich mich dafür oder ich stelle meinen Arbeitsplatz gar nicht in Frage?

Photo by splitshire

Wenn mir Familie und allein sein wichtig ist, für was entscheide ich mich dann? Und wenn ich mich entschieden habe, lebe ich auch danach? Ist unsere Meinung in uns für immer? Gibt es Werte in uns die sich niemals ändern und die wir auch niemals in Frage stellen? Also das sich selbst leben erscheint mir immer fragwürdiger. Ist es überhaupt möglich sich selbst zu leben? Nicht von den Konsequenzen her. Von unserem Selbst aus. Ist das immer gleich? Bin ich gestern ein anderer gewesen als heute und morgen wieder ganz neu? Ein ganz klares Jein würde ich da sagen. Natürlich verändern wir uns aber bestimmt nicht jeden Tag. Zumindest nicht in den Grundfesten. Was ist denn nun aber sich selbst leben? Ein Balanceakt zwischen ich bin und ich möchte haben? Ein Abwägen von Nutzen und Kosten? Ehrlich gesagt weis ich das nicht. Es spielen da einfach zu viele Wertigkeiten mit rein. Kann ich mir wirklich sicher sein, das wenn sich heute etwas für mich falsch anfühlt und ich deshalb denke das mache ich nicht, das ich morgen noch die gleiche Meinung dazu habe? Das es also etwas war, das ich bin?

Ich bin mir in einem sicher, das es Grundwerte in jedem Menschen gibt. Der eine das er niemals Jemanden töten wird, der Andere das er niemals Frauen und Kinder schlagen wird. Das man unbedingt Feuerwehrmann oder Polizist werden möchte. Das man einen bestimmten Ort aufsuchen wird, koste es was es wolle. Aber gibt es Wertigkeiten, die uns sagen wie wir mit Dingen umgehen, die keine absolute Überzeugungen in uns sind? Entscheiden wir das nicht von Fall zu Fall? Vielleicht ist sich selbst leben, einfach nur so zu leben, das ich mich weitestgehend mit mir selbst gut fühlen kann. Ein Kompromiss zwischen mir und meinem Leben. Zwischen dem was möglich und dem was ist. Das ich gewissen Ansichten in mir treu bleibe. Das ich unterscheiden kann, zwischen Stolz und Eitelkeit. Zwischen Recht haben und Egoismus. Zwischen Ehre und Dummheit. Zwischen Arroganz und Hilfe. Zwischen Wahrheit und meiner Wahrheit. Das ich mir immer in die Augen sehen kann, auch wenn ich mich mal nicht selbst vertreten habe.

Das ich unterscheiden kann, zwischen Liebe und besitzen. Zwischen Freiheit und klammern. Das ich weis das Geben, nicht seliger ist als Nehmen. Das ich weis das man mich über den Tisch ziehen will, wenn ich nicht aufpasse. Das ich weis das ein aufrechter Gang, noch keinen aufrechten Menschen macht. Das Lügen immer auf die Wahrheiten treffen. Das ich erkenne den Unterschied zwischen Gut und Böse. Egal was andere darin sehen. Das ich meine Meinung offen sage und ich mich nicht hinter Anderen verstecke. Das Gerechtigkeit nicht nur ein Wort ist. Ja und da gäbe es wohl für jeden noch vieles das er dazu sagen könnte. Ich denke diese Wertigkeit in uns, macht uns auch aus. Schauen wir darauf, in der Hoffnung, sie auch leben zu können.

Sich selbst leben, scheint mir schon in der Erörterung was es ist, recht schwierig. Vielleicht sollte man einfach so leben, wie man sich gerade fühlt? Nein das ist kein guter Gedanke. Da unsere Gefühle und unser Gedanken dazu, nicht immer dem entsprechen, was wir gerade annehmen. Leben wir am besten so, das wir keinem schaden und uns selbst auch nicht.

So und jetzt hat es mich doch ein wenig getroffen. Aufschreiben ist doch völlig anders als denken. Da wird Reflektion zur Realität.

header image. Klappe auf Pixabay

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6 thoughts on “Nicht immer einfach

  1. Guten Morgen Robert.
    Der Satz “Vielleicht ist sich selbst leben, einfach nur so zu leben, dass ich mich weitestgehend mit mir selbst gut fühlen kann” trifft es auf dem Punkt.
    Man kann nicht immer und überall gerade so leben wie es für mich am Besten passt. Da müsste man eigenbrödlerisch irgendwo fernab der Zivilisation leben.
    Aber in vielen Bereichen kann man sich sein Ich bewahren und Nein sagen ohne dass es Konsequnzen hagelt.
    LG, Nati

        • Akzeptanz ist nicht das primäre Wort unserer Gesellschaft. Zumal nicht anderen Menschen gegenüber. Der eigenen Person gegenüber schon eher. Wir brauchen dringend mehr Solidarität in unserer Gesellschaft.

          • Du hast recht, es verkommt immer mehr zur Ellenbogen-Gesellschaft.
            Zumindest bei Außenstehenden zu denen man keinen Kontakt pflegt.

          • Das Wort Gemeinschaft wird immer weniger genutzt. Wir alle sind aber eine Gemeinschaft. Eine Gemeinschaft die von jeder einzelnen Person abhängig ist. Nicht als Schafherde. Als Kollektiv selbst denkender Menschen.

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