Blick in den Herbst

Da mir heute etwas herbstlich zumute und der Knabe sich auch schon wieder n├Ąhert, gerade schrieb ich noch ├╝ber den Fr├╝hling, folgen ein paar Zeilen zu diesem bunten Gesellen. Sie sind nicht von mir und k├Ânnte es auch nicht sein aber sie entsprechen meinem heutigen Gem├╝t. Irgendwie zumindest. Ich habe das Gef├╝hl, dass die Zeit immer schneller vor sich davon l├Ąuft und doch in manchen Momenten still steht. Inflation├Ąr nimmt mich die Zeit in Anspruch ohne das ich sie darum gebeten h├Ątte. Ruhe mag ich nicht und doch steht sie t├Ąglich neben mir. So sehe ich mich gezwungen, gegen diese Ruhe zu rebellieren. Ruhe ist f├╝r den Winter, f├╝r Rentner und f├╝r Zeitgenossen die es verstehen, das Leben zu genie├čen. Nichts davon ist und nichts davon ist das Meine.

Mein unruhiger Geist und mein intuitives Herz sprechen zu meiner tauben Seele. Sie m├Âchte zur Zeit nicht mit mir sprechen. Lebt schon im Winter, dort ich noch nicht zu sein vermag und auch nicht verweilen m├Âchte. Beleidigt einem Kind nicht un├Ąhnlich, spielt sie mit sich selbst, als w├╝rde es mich gar nicht geben. Sie wird sich schon wieder beruhigen, wobei sie das schon ist. Ein paradoxes Wortspiel mit der Wahrheit, die ich heute nicht gebrauchen kann. Tr├╝bsal blasen, diese Worte wird der Herbst in seinen Launen, irgendwem, irgendwann ins Ohr gefl├╝stert haben. Der statt seinen Mund zu schlie├čen, es gleich in die Welt getragen. Menschen sind oft schwatzhaft und un├╝berlegt in ihrem Tun. M├Âchte ich in Unmut anmerken. So sind meine Worte heute, tr├╝bster Herbst mit all seinen kahlen, von Wind und Wasser unterk├╝hlten ├ästen, gezeichneter Tag

Herbstlich “sonnige” Tage

Herbstlich sonnige Tage, 
mir beschieden zur Lust, 
euch mit leiserem Schlage 
gr├╝├čt die atmende Brust.

Autumn Mott Rodeheaver

O wie waltet die Stunde 
nun in seliger Ruh’! 
Jede schmerzende Wunde 
schlie├čet leise sich zu.

Nur zu rasten, zu lieben, 
still an sich selber zu baun, 
f├╝hlt sich die Seele getrieben 
und mit Liebe zu schaun.

Jedem leisen Verf├Ąrben 
lausch ich mit stillem Bem├╝hn, 
jedem Wachsen und Sterben, 
jedem Welken und Bl├╝hn.

Was da webet im Ringe, 
was da bl├╝ht auf der Flur, 
Sinnbild ewiger Dinge 
ist’s dem Schauenden nur.

Jede sprossende Pflanze, 
die mit Düften sich füllt, 
tr├Ągt im Kelche das ganze┬á
Weltgeheimnis verh├╝llt.

Emanuel Geibel

Das sonnige entstammt nur Geibels Verfassung und wird von mir heute, nur geduldet, eher abgelehnt, fast m├Âchte ich es streichen. Daher setzte ich es aus Protest und f├╝r jedes sommerlich, sonniges Gem├╝t gut sichtbar in Anf├╝hrungszeichen. Aber das scheint mir nicht genug. ich streiche es ohne es zu entfernen. Als Mahnmal soll es dienen all Jenen, die heute noch sonniges Gem├╝tes und morgen dem Herbst huldigen. So verabschiede ich mich f├╝r heute, nicht ohne noch einmal betont zu haben, ich hoffe die Sonne scheint Heute etwas mehr als Gestern. M├Âchte den Kaffee heute Mittag, im Cafe, im freien genie├čen. ­čÖé ­čÖé

header image. Mabel Amber, still incognitoÔÇŽ auf Pixabay

8 thoughts on “Blick in den Herbst

  1. Gr├╝├č dich Hanne
    H├Ârst du sofort auf dieses Erlebnis Cafe so wundervoll zu beschreiben. Du machst damit auch jede schlechte Laune kaputt. :):) Ein wenig Sonne ist schon da. Ich hoffe das sie sich dazu durchringen kann meinen Cafe Besuch in ihr Licht zu tauchen.
    W├╝nsche dir einen angenehmen Tag, Hanne :):)

  2. Gestern hatte ich auch schon so einen Anklang von Schwermut, als ich an der alten Grundschule meiner j├╝ngeren Tochter vorbeigelaufen bin…
    “unruhiger Geist” – ich wei├č wovon du sprichst…Unruhe macht Energie frei, treibt uns an, macht neugierig auf mehr, weckt den Forschergeist…ich versuche in meiner Unruhe viel Positives abzugewinnen und genie├če um so mehr die Zeiten, wenn ich innerlich ganz ruhig werde…
    Mach dir einen sch├Ânen Tag im Cafe und genie├če die warmen Sonnenstrahlen…

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