uncomfortable moments

Uncomfortable moments . Ich habe dem Thema, mal diesen Namen gegeben. HĂ€tte auch viele andere Umschreibungen wĂ€hlen können. Die schien mir aber am treffen-sten zu sein. Eltern. Ein Wort das mir etwas nĂŒchtern und Nichts sagend daher kommt. Eltern sein ist die grĂ¶ĂŸte Verantwortung und Herausforderung im Leben eines Menschen. Es birgt so viele Fallen in sich und irgendwie steht man völlig alleine damit. FĂŒr jedes Handwerk, fĂŒr den FĂŒhrerschein, fĂŒr alles gibt es eine Ausbildung und PrĂŒfung. FĂŒr das Eltern sein gibt es kluge RatschlĂ€ge von Leuten, die ihre Erfahrungen mit dem Eltern sein gemacht haben. Oder von Erziehern, die Elternliebe studiert haben. Der letzte Satz ist ein Zitat und stammt von einer Erzieherin aus einem Kindergarten. Elternliebe studiert. Ja, nicht schlecht.

Schon in der Schwangerschaft hagelt es mehr oder weniger gute RatschlĂ€ge. Auch gibt es viele Ratgeber zu kaufen. Im Prinzip steht ĂŒberall das selbe darin. Niemand kann einem erzĂ€hlen, wie so eine Schwangerschaft wirklich ist, da die jede Frau anders erlebt. Daher findet man in den Ratgebern zumeist was man nicht machen soll, was man unbedingt tun mĂŒsste und was es alles fĂŒr Krankheiten gibt, wenn man folgendes im Ratgeber nicht macht. Ist das Kind dann endlich da und der Hype der Geburt vorbei, dann wird es ruhig. Man ist plötzlich zu Dritt und alle versuchen sich zu positionieren. Irgendwann hört man auf sich Fragen zu stellen und man ist im Fließband Kind, in der Gesellschaft angekommen. Der Weg ist vorgezeichnet. Krabbelgruppe, Baby schwimmen, Kindergarten, Schule und Ausbildung/Studium, Arbeit.

Aber Eltern sein bedeutet nicht einfach, diesen vorgegebenen Weg zu gehen. Es heißt diesen Weg zu managen. Seine GefĂŒhle zu investieren, wie auch die eigenen Nerven. Dazwischen sollte man noch die Beziehung am Leben halten. Sich selbst nicht aus den Augen verlieren. Das Alles ohne jede Art von Vorkenntnissen. Und Kinder stellen Fragen. Fragen nach deiner eigenen Kindheit. Was wenn deine Kindheit von Gewalt und/oder Missbrauch zeugt? Was erzĂ€hlst du dann deinem Kind? Die Wahrheit? Was wĂŒrde die Wahrheit mit dem Kind machen? Ausweichen und nichts sagen? Was wĂŒrde das Kind denken? Eine LĂŒge erzĂ€hlen? LĂŒgen haben kurze Beine? Was wenn die LĂŒge heraus kommt? Was denkt dein Kind?

Wenn das Kind adoptiert ist. Wann sage ich es ihm? Oder sage ich es gar nicht? Was machen beide Begebenheiten mit dem Kind? Am Ende wenn das Kind erwachsen ist, stehst man da und hat entweder tausend TrĂŒmmer oder das GlĂŒck, das alles einigermaßen gut gelaufen ist. HĂ€ngt auch viel davon ab, welche Mittel man zur VerfĂŒgung hatte. Welches Umfeld. Wie die Partnerschaft lief. LĂ€uft sie schlecht und es kommt zur Trennung, dann wird es ganz besonders bitter. FĂŒr die Kinder. Kinder können mit der Trennung der Eltern nicht umgehen und das in jedem Alter. Trennungen sind im Gehirn eines Kindes nicht vorgesehen. Es gibt zwar einen Schutzmechanismus aber der verschwindet wenn das Baby zum Kind wird. Der ist auch nur zur Anpassung an neue Personen gedacht. Damit das Baby weiter Nahrung zu sich nimmt und sich geborgen fĂŒhlen kann. Weitsichtige Natur.

Kinder werden eine Trennung weder verstehen und schon gar nicht einsehen. Das abzufedern verlangt von den Eltern, das sie sich fĂŒr die Kinder entscheiden und nicht fĂŒr ihren Streit. Nicht nur gute Miene zum bösen Spiel machen. Das muss man wirklich leben. Kinder beobachten alles und gerade Eltern die sich getrennt haben, unterliegen der permanenten Kontrolle. StĂ€ndige Fragen, die man geduldig und ruhig beantworten muss. Da gibt es auch etwas existenziell Wichtiges. Der Trennungsgrund. Hier muss ein nachvollziehbarer, an das Alter angepasster Grund her. Kein der Papa oder die Mama hat. Da mĂŒssen beide herhalten, egal wie Schuldig oder Unschuldig man sich an der Trennung fĂŒhlt. Die Beziehungswelt der Kinder darf nur so wenig wie möglich, aus dem Gleichgewicht gebracht werden.

Das beinhaltet dann auch, das fĂŒr die Kinder beide Elternteile immer ansprechbar und auch besuchbar sein mĂŒssen. So weit angepasst wie möglich, an das vorhergehende Beziehung leben. Klingt unmöglich, ist es aber nicht. Dazu muss man sich selbst im Griff haben. Aber wer seine Kinder liebt, der wird das auch möglich machen. Von Krankheiten, PubertĂ€t und Liebeskummer habe ich noch gar nicht gesprochen. Von TrĂ€umen und WĂŒnschen der Kinder auch nicht. Von Gute Nacht Ritualen, Stofftieren und TrĂ€nen auch nicht. Vom Urlaub Zuhause oder in der Ferne ebenfalls nicht. Jede Situation erfordert deine Anwesenheit, deine Konzentration, deine Liebe, egal wie geschunden du gerade bist. Kleine Kinder können sich nicht selbst das Essen zubereiten. Sich selbst wickeln oder allein aufs Töpfchen gehen. Sie fragen nicht Mama oder Papa warum siehst du so schlecht aus? Bist du krank? Sie fordern egal wie beschissen es dir geht. Das Wort Erbarmen oder MitgefĂŒhl ist ihnen noch nicht gelĂ€ufig.

Diese Zuckerwelt aus den BĂŒchern und der Werbung, ist nur ein kleiner Teil in der RealitĂ€t Eltern. Hat auch viel mit UmstĂ€nden zu tun. Das reale Leben sieht man in den KindergĂ€rten, in denen schon eineinhalb JĂ€hrige ihr Dasein fristen. Nicht weil das alle Eltern wollten, weil es ein Muss ist in unserer Zeit. Das Kind muss auch essen, braucht Kleidung, man braucht ein Fahrzeug, eine Wohnung und tausend andere Sachen und alle kosten richtig Geld. Bis zum Erwachsen werden kostet ein Kind im Schnitt 130.000 Euro. Nur ein Kind. Da ist kein Zweites mit eingerechnet und der eigene Unterhalt auch nicht. Wundert sich dann Irgendwer, wenn Menschen dann doch lieber keine Kinder möchten? Selbst wenn sie insgeheim doch gerne eines hĂ€tten. Und diese Gerde vom Kinder sind aber auch so GlĂŒck bringend, kommt zumeist von Leuten die selbst gar keines haben. Die Wahrheit ist, wenn man nicht wirklich das absolute BedĂŒrfnis hast, Mutter oder Vater zu werden, dann sollte man es einfach lassen.

Nur um das GlĂŒck vollkommen zu machen oder weil man jetzt verheiratet ist und alles es erwarten, sollte man auf gar keinen Fall Kinder zeugen. Nicht um euch zu schĂŒtzen. Um die Kinder zu schĂŒtzen. Wer nicht zu 200% hinter einem Kinderwunsch steht, auf beiden Seiten, der schadet nur sich selbst und dadurch den Kindern. Da selbst wenn man zu 200% dahinter seht, alles daneben gehen kann und dann braucht man diese 200% um dem Kind das geben zu können, was es immer brauchen wird. Dich. Und Dich meint beide Elternteile. Wenn man also bereit ist alles zu geben und ich meine mit alles Alles, dann ist es wunderbar Kinder zu haben. Dann ist es ein GlĂŒck, wenn auch ein sehr anstrengendes. Aber nichts auf dieser Erde ist so ergreifend, so voller Liebe wie ein Kind, dein Kind das dich an blickt und dir sagt.” Ich will keine Gurke, ich will Pommes. Mit Majo nicht Ketchup.” lach…

Das Video kann man so ernst nehmen wie man möchte. Liken und abonnieren auf eigene Verantwortung.

header image by pexels. Nick Kwan

9 thoughts on “uncomfortable moments

  1. Kinder der Liebe sind ausgesprochen rar, glaube ich heute, auch, wenn ich frĂŒher gelegentlich sarkastischer Weise so tituliert wurde. Selbst bin ich keines, mein erwachsener Sohn ebenfalls nicht, wenn auch aus sehr unterschiedlichen GrĂŒnden, Was nicht ausschloss, dass ich ihn vom ersten Augenblick an geliebt habe, auch, wenn ich zum Zeitpunkt seiner Geburt und in den Jahren darauf alles andere als “mich selbst im Griff” gehabt habe.

    “Sollte man …” sind Idealbilder, die zwar erstrebenswert, aber in der RealitĂ€t selten zu finden sind. Einzig wichtig war und ist mir bis heute Ehrlichkeit, Respekt und Achtung meinem Kind gegenĂŒber, als Ausdruck der Liebe.

    Sei herzlich gegrĂŒĂŸt.

    • Ich sehe das nicht als”sollte man”, das ist fĂŒr mich unabdingbar. Was folgt gilt der Allgemeinheit und nicht dir persönlich Reiner. Ist auch nur meine Meinung. Die Leute machen es sich heute viel zu einfach. Ist halt nicht so und fertig. Nein, das ist halt nicht so. Die Menschen leben heute so und das ist falsch. Diese Philosophie, vom Pech das nĂ€chste mal wirds besser, kann man an Autos ausprobieren aber nicht an Kindern. Und wenn es daneben geht, muss ich halt so viel wie es nur geht, versuchen gut zu machen. Wie wollen wir eine Menschheit hinbekommen die besser ist, wenn wir selbst nicht bereit sind, es besser zu machen. Wie kann ich ĂŒber die eigenen Eltern klagen, wenn ich es selbst nicht besser mache? Wir mĂŒssen die Verantwortung wieder dahin bringen, wo sie hingehört. Zu uns selbst.

      • Hallo Robert,

        inhaltlich und im Kern bin ich völlig deiner Meinung, was Eigenverantwortung, auch gerade fĂŒr Kinder angeht. Es ist nur die Form der Verallgemeinerung, die mich stört. Das mag zum einen mit meiner Arbeit in der Selbsthilfe zu tun haben, wo tunlichst darauf geachtet wird, Verallgemeinerungen zu vermeiden und “bei sich” zu bleiben. Als Teil der Allgemeinheit und auch der Leute darf ich solche Aussagen durchaus auch auf mich beziehen. Zum anderen ist es leider so, dass die Gaben, sich seiner Verantwortung gerecht zu werden, sehr verschieden verteilt sind. Hier sind von Seiten der Betroffenen Einsicht und von Seiten der Gesellschaft UnterstĂŒtzung gefordert. Es gibt ihn nicht, den perfekten Vater oder die perfekte Mutter, tiefe LebensbrĂŒche sind an der Tagesordnung und dienen dem Wachstum jedes Einzelnen, gerade auch mit Blick auf die mit betroffenen Kinder. Ohne meine Verantwortung als Vater wĂ€re ich nicht im Ansatz der, der ich heute bin.

        Guten Morgen dir.

        • Guten morgen Reiner
          Ich bin auch kein Freund von Verallgemeinerungen aber beim Thema Kinder mache ich da eine Ausnahme. Jeder der ein Kind in die Welt bringt, hat nun mal auch die Verantwortung dafĂŒr. und diese sollte man sich bewusstmachen, bevor das Kind gezeugt. Das nie alles lĂ€uft wie es laufen sollte/könnte ist klar aber es bleibt die Verantwortung. Immer.Und natĂŒrlich hat diese Verantwortung auch unsere Gesellschaft mit zu tragen, wenn mal etwas nicht so funktioniert, wie es sollte/könnte. Aber die Verantwortung sich auch diese Hilfe zu holen, liegt dann wieder bei den Eltern. Man kann nur aus seiner Situation heraus agieren aber das muss man auch tun und nicht einfach zuschauen wie alles den Bach runter geht. Daher liegt mein Konsens auf der Verantwortung die Eltern immer haben. Egal wie gut oder schlecht die UmstĂ€nde. Und aus meiner Sicht gibt es da nichts zu diskutieren. Aber wie gesagt, das ist meine Sicht.

  2. Ich kann sehr viele Gedanken mit dir teilen Robert. Wir zeugen (im bestenFall) Kinder aus Liebe. Aber was da alles auf uns zukommt, das steht in keinem Buch. Alleine meine Geburtsschmerzen, sie haben sich ganz anders angefĂŒhlt, als in irgendeiner Beschreibung. Ich dachte mir kommt ne riesen große Bowlingkugel aus dem A. Ja genau da hat’s weh getan. Ich glaube bei meinem ersten Kind war ich völlig ĂŒberfordert. Beim zweiten lief es besser. Ich liebe meine Kinder ĂŒber alles aber sie sind und bleiben fĂŒr mich die grĂ¶ĂŸte Herausfoderung und der Kraftakt in meinem Leben. Danke fĂŒr diesen richtig guten Beitrag!

    • Nein das Leben steht in keinem Buch. Das muss man selbst leben. Und darum sollten wir anfangen alle an einem Strick zu ziehen. Zusammen zu halten, uns gegenseitig Halt geben. Alleine sind wir verloren, zusammen sind wir stark. Zusammen können wir unser Wissen und unsere Erfahrung miteinander teilen. Praktisch nicht nur theoretisch. Persönlich und nicht ĂŒber das Handy.

        • Planen nicht direkt. Ich spiele mit dem Gedanken. Aber dafĂŒr ist es noch zu frĂŒh. Zuerst werden die Weichen von Wicca Secret neu gestellt. Nicht so sehr Inhaltlich. Mehr in der Öffentlichkeits Arbeit. Ein Bloggernetzwerk erstellen mit Leuten die sich engagieren auf ihrem Gebiet. Durch die neu eingefĂŒgte Kontakt Option, haben sich unerwartet neue Perspektiven aufgetan. Auch habe ich festgestellt, das ich plötzlich Leuten nicht mehr folge, obwohl ich sie nicht entfolgt habe. Anders herum genauso. Habe bei 3 Leuten nachgefragt und die wussten auch nicht das sie mir nicht mehr folgen. Alles in allem habe ich viel vor. Bis nĂ€chstes Jahr will ich meinen Blog unter eigener Domain, bei einem. Hoster meiner Wahl laufen lassen mit eigenem Theme. Wie du siehst ist viel los bei mir.

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