Es gibt ja hier viele Blogger die sich mit Rezensionen beschäftigen. Hat mir schon immer gefallen. Daher möchte ich so etwas ähnliches machen. Ich werde mir Texte aller Art vornehmen und meine Gedanken dazu schreiben.

Als Tag daf√ľr habe ich den Dienstag auserkoren, da dieser ein eher ruhiger Tag in WordPress ist. So wird der 2 und 4. Dienstag im Monat zu meinem Rezension Tag light.

header by unsplash. Kevin Grieve

Text

√úbern Garten durch die L√ľfte
Hört ich Wandervögel ziehn,
Das bedeutet Fr√ľhlingsd√ľfte,
Unten f√§ngt’s schon an zu bl√ľhn.

Jauchzen möcht ich, möchte weinen,
Ist mir’s doch, als k√∂nnt’s nicht sein!
Alte Wunder wieder scheinen
Mit dem Mondesglanz herein.

Und der Mond, die Sterne sagen’s,
Und in Tr√§umen rauscht’s der Hain,
Und die Nachtigallen schlagen’s:
Sie ist Deine, sie ist dein!

Joseph von Eichendorff (1788-1857)

Gedanken dazu

Was will Herr Eichendorff uns mit diesen Zeilen sagen? Ist schwierig, da er zu einer Zeit gelebt hat, deren Denken ich nicht wirklich kenne. Er scheint ein Fan des Fr√ľhlings zu sein. Auch mag er V√∂gel. Das sind mal Erkenntnisse ūüôā :). Irgendwie scheint er auch verliebt und die Angebetete hat ihn wohl erh√∂rt. Wieder? Mag sein das es auch nur ein Wunsch,- Tag Traum ist. Euphorisch geschrieben und in der Liebe aufgegangen. Herz bewegend, damals. Heute kannst du das h√∂chstens noch auf einem Ritterfest bringen. Klingt veraltet und doch vertraut. Ok, in meiner Jugend war dieser Sprachgebrauch noch in jedem Lesebuch. Hei√üt das heute noch Lesebuch und haben sich die Inhalte ver√§ndert? Auch scheint schon Damals die Nacht, der Romantik und Liebe gewidmet.

Wie Heute. Der Mond. Wasser? Wasser hat er jetzt nicht erw√§hnt, f√§llt mir gerade auf. Mittelalter war ja waschen nicht so angesagt. Daher wohl auch Wasser…… nicht. Aber V√∂gel, V√∂gel und Fr√ľhling. Geht immer. Die Nachtigall muss es dann sein. Darunter macht er es nicht. Der K√∂nigsvogel in Sachen Liebe. Auch der ist heute nicht mehr In. Selbst das Sprichwort, Nachtigall ich h√∂r dich …. erschallt nicht mehr in meinen Ohren. Keiner w√ľrde eine Nachtigall…besingen, zitieren??? V√∂gel und Liebe wird heute anders interpretiert. Kann ich aber nicht schreiben, sonst werde ich noch rot und das Geschriebene gleich mit.

Daf√ľr sind Mond und Sterne immer noch angesagt. Der Kontext wird ein anderer sein, in dem der Mond und die Sterne beschrieben. Und der Mond, die Sterne sagen¬īs. W√ľrde ich heute so nicht schreiben. Au√üer ich k√∂nnte meiner Uroma einen Brief schreiben. Moon und Stars. Damit kann man schon eher punkten. Wobei mich dieser Sprachgebrauch fasziniert. Er hat Bildlich viel zu bieten und die Romantik, wie auch die Liebe lassen sich mit ihr trefflich beschreiben. Seine Worte erzeugen Bilder, zumindest in mir. Was sagt das √ľber mich aus? Alt? Romantisch, in der Zeit zur√ľck geblieben oder wie man heute sagen w√ľrde, out?

Und in Tr√§umen rauscht¬īs der Hain. Wer wei√ü noch ohne Google was ein Hain ist? Alles im Allen ist dieses Gedicht jetzt nicht der Renner. Weshalb das noch bis heute existiert, entzieht sich meiner Kenntnis. Ich h√§tte es nicht aufbewahrt. Warum ich es dann ausgew√§hlt habe? Gerade weil es mir so nichts sagend und doch ansprechend vor kam. W√ľrde ich es noch einmal w√§hlen? Nein, w√ľrde ich nicht. Ist mir letztendlich zu banal und kitschig. Zu wenig Tiefgang und zu offensichtlich. Ich mag es mehr abenteuerlich und undurchsichtig. Wie ich jetzt lesen kann, muss ich mich erst in die Materie einarbeiten. Einen Stil entwickeln aber das ist eine sch√∂ne Dienstag Herausforderung. Ich denke ich wei√ü schon in welche Richtung das Ganze gehen wird. Ich sehe diesen ersten Text als Einf√ľhrung, in ein Literarisches Abenteuer.

Ricardo Cruz

13 thoughts on “Texte next door

  1. Hallo Robert.
    Das ist ja mal ein spannendes Projekt, welches du dir ausgedacht hast.
    Ich lese gern mal alte Gedichte.
    Eintauchen in alte Schreibweisen und Wörter die irgendwann vergessen sein werden, weil sie kaum noch Gebrauch finden.
    Und man muss eine Weile mehr nachdenken um alte Texte zu verstehen.
    Ich bin gespannt welche Texte du noch auswählen wirst.
    LG, Nati

    • Danke Nati,
      ich bin eher gespannt was ich aus den Texten machen werde. Aber das wird erst die Zeit bringen. Wie geschrieben habe ich schon eine Tendenz aber beim Schreiben, spielt die Musik.
      Lg Robert

        • Mich werden sie dahin f√ľhren, wohin ich schon eine Weile wollte aber keinen Weg fand dorthin zu kommen. Jetzt f√ľhrt ein Weg dorthin, von einen Standpunkt aus, denn ich nie in Betracht gezogen h√§tte. Man muss nur seinen Kopf auf eine Sache ansetzen und er wird liefern.

  2. Gedichte sind etwas sehr Lebendiges und Aufregendes! Nat√ľrlich verraten sie eine Menge √ľber den Verfasser, √ľber die Zeit des Entstehens und ihre Umst√§nde. Doch in meinen Augen erz√§hlen sie noch mehr √ľber denjenigen, der es wagt in diese Welt zu gehen und sich mit ihnen auseinandersetzt. Beim Lesen und dar√ľber Nachdenken sind sie ein Spiegel unserer Gedanken. Ein Gedicht besitzt Worte, die in einer ganz bestimmten Kombination etwas in uns selbst √∂ffnen k√∂nnen und dem ernsthaften Leser den Schl√ľssel zu einem Schatz schenken. Ein sehr sch√∂nes und spannendes Projekt! Vielen Dank f√ľrs Teilen!

    • Das sehe ich ganz √§hnlich. Auch erm√∂glicht uns der Umgang mit anderen Menschen Gedanken, einen Moment uns selbst verlassen zu k√∂nnen. In ein anderes Leben eintauchen ist wie reales Kino.

  3. Das Schild w√§re ein gutes Geschenk f√ľr meine schw√§bische Schw√§gerin. Man m√ľsste nur eine Klammer einschieben ‚Ķ “Many (but not all) ‚Ķ ” ūüėČ ūüėÄ ich bin gemein, ich weiss, und doch ‚Ķ

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