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Angry

Da das GegenĂŒber von Lieb, Böse ist, tragen wir Menschen beides in uns. Allein die AusprĂ€gung des jeweiligen Attributes in uns, bestimmt ob wir das lieb sein ausleben oder das Böse. Gesunde Babys kommen weder lieb noch böse auf die Welt. Aber in ihnen lebt das Potenzial beides werden zu können. Man kann Mutter Theresa werden oder Jack the Ripper. Der allergrĂ¶ĂŸte Teil der Menschheit lebt irgendwo dazwischen. Weder Lieb noch Böse. eine Mischung aus beiden, mit einer Tendenz zu einem von beiden.

Was aber bestimmt diese Tendenz? Unsere Gene? Unser Umfeld? Unsere Familie in der wir aufwachsen? Können wir zu etwas gemacht werden das wir genetisch gesehen nicht sind? Kann somit jeder von uns Mutter Theresa oder Jack the Ripper werden? Sind wir in den falschen HĂ€nden zu allem fĂ€hig? Machen uns UmstĂ€nde zu allem fĂ€hig, entgegen aller genetischen Vorgaben? Ich denke es gibt Indizien dafĂŒr, das nicht jeder fĂ€hig einen anderen Menschen zu töten oder ihm Gewalt anzutun. Sonst wĂŒrde manch ein SexualstraftĂ€ter heute nicht mehr leben oder schwer gekennzeichnet sein. Klar ist das nur ein Indiz und keine Wahrheit, denn wie hĂ€tten diese Menschen reagiert, wĂ€ren sie unter anderen UmstĂ€nden aufgewachsen?

Diese Fragen sind nicht leicht zu beantworten aber man kann SchlĂŒsse auf unser aller Leben daraus ziehen. Wir alle sind fĂ€hig Böse zu werden (wie weit wir dabei gehen können ist wohl nicht geklĂ€rt im Einzelfall), wenn fĂŒr uns die UmstĂ€nde passen. Kein Mensch ist davor gefeit, wenn er in die falsche Umgebung oder UmstĂ€nde kommt. Es liegt in der Natur des Menschen alles werden zu können. Allein schon da die Natur aus der wir alle stammen, nicht zwischen Gut und Schlecht unterscheidet. Da ist alles so wie es eben ist. Von daher sind wir auf ĂŒberleben getrimmt von der Natur. Das Wort Überleben war vor 30.000 Jahren noch klar definiert. Aber wie sieht das Heute aus? Ist das noch immer klar definiert? NatĂŒrlich nicht. Gewalt, Kriege und Ă€hnliche Unredlichkeiten haben dem Wort Überleben, die Bedeutung im Sinne der Natur geraubt. Es ist willkĂŒrlich geworden, dieses Wort Überleben. Manchmal mache ich mir meine Gedanken, zu diesem uns allen bekannten Fall, “Der freie Wille.

Der freie Wille der uns aus dem Paradies vertrieben haben soll. Wer kam wohl auf diese Idee? Die Idee, das ein freier Wille etwas sein soll, das man lieber nicht besitzt? Was ist denn das GegenĂŒber von freier Wille? Ein unfreier Wille? Was soll das denn sein? Ein unfreier Wille ist gar kein Wille? Oder ich handle stĂ€ndig gegen meinen Willen, weil ich dazu gezwungen werde? Wer sollte denn so etwas wollen? Und aus welchem Grund? Wenn man etwas positives dazu sagen möchte, dann dass der Mensch scheinbar nicht wirklich mit dem freien Willen umgehen kann und er mehr Zeit gebraucht hĂ€tte es zu lernen. Oder derjenige, der dass wollte, hatte nichts Gutes im Schilde gefĂŒhrt mit der entstehenden Menschheit. Ich denke das wohl der erste Punkt der Richtige wĂ€re. Menschen können mit dem freien Willen nicht umgehen. Die Einen bauen nur Mist damit und die Anderen schauen dabei zu. Irgendwie erscheint mir die Menschheit wie eine Schafherde, die ihren HĂŒter verloren hat. Dieses allein sein im Universum bekommt uns nicht. Sieben Milliarden Menschen und doch allein sein, ist genauso grotesk wie wahr. Wir haben kein GegenĂŒber und das macht uns paranoid. Weil wir es gewohnt sind das Universum, DualitĂ€t heißt. Aber hier findet keine statt und somit haben wir keine Orientierung.

photo unsplash: header. Neora Aylon. image 1. Sam Moghadan. image 2. AC De leon.

28 thoughts on “Angry

  1. Ich denke es ist eine Mischung aus allem.
    Was in unseren Genen steckt, was wir erlebt haben und in welchen Umfeld wir uns bewegen.
    Aber ich denke auch dass jeder zu Bösem neigen könnte wenn er in eine bestimmte Situation gerÀt.
    Es gibt Ausnahmesituationen, da kann niemand sagen wie man reagiert. Und das kann mitunter schlimmste Reaktionen auslösen.

    • Ja dem kann ich zustimmen. Aber ich denke das nicht jeder zu allem fĂ€hig. Wenn die Genetik nicht stark genug ausgeprĂ€gt ist. Scheinbar gibt es im Menschen ein Gen das eine SiegermentalitĂ€t beinhaltet. Heute heißt das so. FrĂŒher hĂ€tte man es wohl mit Überlebensgen bezeichnet. Ich denke das man das nicht nur fĂŒr die positiven Sachen benutzen kann.

      • Und wenn dieses Überlebensgen einmal aktiviert wird kann der harmloseste Mensch zum Tier werden.
        Ich finde den Begriff Überlebensgen ĂŒbrigens viel treffender.
        Nicht umsonst gibt es oft solche Aussagen wie: Das hÀtten wir nie vermutet.
        Es bleibt nur zu hoffen dass man nie in solch eine Situation gerÀt.

  2. Der „freie Wille“ ist ein spannendes Thema! Ist es ĂŒberhaupt möglich diesen zu besitzen? Wer ist frei von Vorurteilen? Wer ist frei von den FĂ€ngen der Werbung? Wer ist so frei entgegen seinen Erfahrungen etwas wertneutral beurteilen zu können? Sowenig wir all dies können, so wenig können wir meines Erachtens uns der Beeinflussung durch unsere Umgebung entziehen. Man kann dann von GlĂŒck reden, wenn schlechte Bedingungen es nur schlimm werden lassen und nicht ganz schlimm.
    Das wirklich Schöne an der ganzen Sachlage ist aber der Umkehrschluss, dass alles auf uns einwirken kann: jedes LÀcheln, jede Umarmung und jede Freundschaft vertreibt durch sein Dasein das Dunkle; darauf bau ich!
    Danke fĂŒr deine Überlegung und Worte!

    • Kommt ja ganz darauf an wie man freier Wille interpretiert. Und dann von welchem Standpunkt man aus geht. Auch muss man die Frage stellen ob es einen freien Willen ĂŒberhaupt geben kann. DarĂŒber zu philosophieren könnte eine lange Zeit in Anspruch nehmen. Das mit dem Umkehrschluss ist ein toller Aspekt, den man nicht diskutieren braucht. Den muss man nur annehmen und fertig. Das ist ein schöner Aspekt des freien Willen. Ich kann annehmen und glauben was ich will. Danke fĂŒr deinen anregenden Kommentar.

  3. Die Natur kennt kein “gut” oder “böse”. Die Einteilung der Handlungen in gut und böse sind vom Menschen gemacht und man nennt diese Einteilung “Moral”. Die Natur kennt nur fressen und gefressen werden.

    Das Christentum etwa ist von Moral geprÀgt. Die zehn Gebote geben dazu eine erste Anleitung bzw. ein erstes Gesetz in einer gesetzlosen Gesellschaft, die Sodom und Gomorrha erst ermöglichte.

    Nietzsche etwa proklamierte den Übermenschen, der selbst bestimmt, was gut oder böse sei: Die Philosophie mit dem Hammer: Zerschlagt die alten Tafeln ..

    “Gut”, so denke ich, sind jene Handlungen, die der Allgemeinheit dienen und ein Miteinander erst ermöglichen. “Böse” ist in meinen Augen, wer nur egoistisch fĂŒr sich selbst scheffelt, sogar vielleicht dafĂŒr ĂŒber Leichen geht. Psychopathen etwa fehlt der Hirnbereich fĂŒr Empathie und MitgefĂŒhl oder dieser ist von Geburt aus unterentwickelt, was nicht heißt, dass sie unbedingt “böse” sind. Sie spĂŒren, dass ihnen etwas fehlt und passen sich unauffĂ€llig an, manchmal etwas zu sehr, so dass es doch auffĂ€llt. Kommt noch eine frĂŒhkindliche Störung bzw. DemĂŒtigung dazu, kann der Psychopath spĂ€ter ĂŒberreagieren, kann zum sadistischen Serienkiller werden ..

    Soviel als kleiner Denkanstoß von mir .. LG Sven

  4. lieber robert, ich denke auch, dass jeder “böse” sein kann, und denke auch, dass es dabei deutliche unterschiede gibt in der ausprĂ€gung. fĂŒr manche ist es ja schon böse, wenn sie “nein” sagen, wo sie sonst “ja” sagen. fĂŒr andere ist es böse, einem menschen gewalt anzutun, fĂŒr andere ist das “gar nichts”. manche menschen sind “grenzenlos” im bösesein, andere tragen noch etwas in sich, das sie sagen: bis hierhin und nicht weiter, trotzdem dies und jenes war oder ist … liebe grĂŒĂŸe von hier nach da.

  5. Sehr interessanter Beitrag Robert. Gut und Böse, nur wir Menschen werten danach, wie du schon schreibst, der Natur ist das völlig egal.Wir haben diede GefĂŒhle in uns, in wie weit sie zum tragen kommen kann von Genetik, Disposition oder anderen Faktoren abhĂ€ngen, wie Erziehung und Umfeld. Welche Hirnregionen werden im Laufe unseres Lebens am Meisten getriggert und stimuliert? Kommt sehr viel auf den Input an, was danach als Output in die Tat umgesetzt wird. Wichtig ist vorallem der Aspekt, dass wir uns darĂŒber im Klaren sind, zu was wir alles fĂ€hig wĂ€ren. Ein Gedanke ist noch keine Handlung. Die Bewusstheit unserer GefĂŒhle und Gedanken ist entscheidend. Ich glaube Psychopathen reflektieren nicht,es fehlt ihnen an Bewusstheit, sie setzen ihre Gedanken eindach in Handlungen um.

    • Bei Psychopathen haben Sie festgestellt das Sie keinerlei Rechtsempfinden haben. FĂŒr Sie ist ein Butterbrot schmieren nichts anderes, wie einen Mensch zu töten. Nichts falsch dran. Es hat Spaß gemacht und das ist alles was zĂ€hlt. Da kannst du nichts dran verĂ€ndern. Das ist so als wĂŒrde ich dir vorwerfen, das du Lebensmittel eingekauft hast, weil der KĂŒhlschrank leer ist. HĂ€ttest du null VerstĂ€ndnis fĂŒr. WĂŒrdest du keine Schuld drinnen sehen können. Und jetzt wĂŒrde ich in einer Therapie versuchen dir zu erklĂ€ren das du falsch gehandelt hast. Auch nach 100 Jahren Therapie wĂŒrdest du kein schlechtes Gewissen deshalb bekommen.

      • Welche Gehirnregion ist ĂŒberhaupt dafĂŒr zustĂ€ndig? Ist sowas nicht schon frĂŒh erkennbar? Eltern mĂŒssen sowas doch mitbekommen und gegen steuern…. hm..

        • Sicher wird das auffallen. Aber zu meist werden solche Kinder vernachlĂ€ssigt und ordnen sich unter. Sie machen was man ihnen befiehlt aber sie haben keinen Zugang zum Sinn. Sie lernen sich anzupassen, das bedeutet aber nicht das sie VerstĂ€ndnis aufbringen. Ganz im Gegenteil Massive Wut baut sich auf da sie ihre Welt unterdrĂŒcken mĂŒssen. Ja und eines Tages dann…

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